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11.04.2008
   Prädation - Räuberstrategien
 

Physiologische und/oder morphologische Anpassungen

-Leistungsfähige Sinne (Augen, Nase, Ohren)

Katzen haben in ihren Augen 3 mal soviele Stäbchen wie ein Mensch und können daher sehr gut schnelle Bewegungen wahrnehmen sowie mit viel weniger Licht auskommen.

-Motorische Fähigkeiten (Geschwindigkeit)

Der Gepard (Acinonyx jubatus) kann durch einen aerodynamisch gebauten und muskulösen Körper zum Beutefang kurzfristig bis zu 112 km/h schnell laufen.

-Entgiftungsapparate (Enzym, das ein Gift spaltet)

Der Koala (Phascolarctos cinereus) ernährt sich von Eukalyptusblättern, die das toxische Cineol (C10H18O) enthalten. Dieses wird im bis 2,5m langen Blinddarm durch Bakterien entgiftet.

-Angriffswaffen (Zähne, Giftapparate)
Giftapparate sind spezifische Räuberstrategien zur Erhöhung der
Jagdeffektivität. Sie dienen zur Immobilisierung oder zum Töten der Beute.
Vorkommen bei:
-Nesseltieren (Hydrozoa und Anthozoa)
-Spinnen & Skorpione (Chelicerata)
-Schlangen wie Giftnattern (Elapidae), Vipern (Viperidae) und andere

Giftapparate werden aber auch als
Räuberabwehr verwendet, z.B. von Quallen
(stärkstes Gift bei der Würfelqualle
Chironex fleckeri) und Schlangen.


Ansitzjäger (Lauerstellung und Überraschen ankommender Beute)
-Geringer energetischer Aufwand, da keine Suchkosten
-Selektivität der Beute nur bei hoher Beutedichte möglich, diese ist nicht immer gewährleistet


Suchjäger (aktive Suche nach Beute)
-Hoher energetischer Aufwand
-Hohe Selektivität zwischen Beutearten und Beutegröße möglich
-Evtl. leistungsfähige Sinne, die bei der Beutesuche helfen

Solitärjäger (jagen alleine)
-Für Beute unauffällig
-Pro-Kopf-Ertrag hoch

Gruppenjäger (jagen in innerartlichen oder zwischenartlichen Gruppen)
-Für Beute auffällig
-Pro-Kopf-Ertrag gering
-Erfolgsquote der Angriffe erhöht sich
-Jagd auf größere Beutetiere möglich
-„Versicherung“, da auch bei eigenem Jagdmisserfolg am Jagderfolg anderer teilgehabt werden kann, dadurch Nahrung gewährleistet

Zwischenartliche Gruppenjagd eher selten.
Beispiel: Dachs (Taxidea taxus) und Koyote (Canis latrans) jagen beide Hörnchen. Ersterer kann sie aus ihrer Höhle ausgraben, letzterer außerhalb der Höhle zur Strecke bringen.

 
Quelle: Kappeler: Verhaltensbiologie
 
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