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19.07.2015
   Glutaraldehyd – ein Mittel zur Algenbekämpfung?
 

Dem gemeinen Aquarianer sind Algen ein Dorn im Auge. Algen – von Blaualgen über Grünalgen bis hin zu Rotalgen sind ein Zeichen für im Becken bestehende Nährstoff-, CO2 oder Lichtungleichgewichte. Eine Bekämpfung der Algen ohne die Behebung der Gleichgewichtsproblematik führt zu nichts – sie kommen alsbald wieder. Doch bestimmte Vertreter – wie Rotalgen, die bei einer Eisenüberdüngung oft erscheinende Algen sind, sind selbst nach Behebung dieses Ungleichgewichtes nicht einfach verschwunden. Hartnäckig sitzen sie an den Blatträndern und sorgen vor allem bei langsam wüchsigen Aquarienpflanzen – wie Anubias sp. oder Bucephalandra sp. für eine unschöne Optik (Abb. A). Das Erkennungsmerkmal von Rotalgen ist es, wenn eine in Alkohol eingelegte Algenprobe sich rot verfärbt.

Einer der zur Zeit beliebtesten, im Handel erhältlichen, gegen Algen wirksamen Wirkstoffe ist Glutaraldehyd. Dieses Biozid wird unter klangvollen Namen wie EasyCarbo verkauft. Schon in geringen Konzentrationen wirkt es als effektives Algizid (Algen abtötend), aber als Biozid sollte die Anwendung innerhalb des Aquariums meiner Meinung nach nicht erfolgen, da es auch auf die Mikrofauna (z.B. auf die Bakterienstämme in Filtern) und Makrofauna (Schnecken, Garnelen, Fische) negative Auswirkungen haben kann.

Die Behandlung mit diesem Biozid sollte also stets außerhalb des Beckens stattfinden. Für die Behandlung geeignet sind allerdings nur hartblättrige, widerstandsfähige Pflanzen wie z.B. die bereits genannten Anubias sp. oder Bucephalandra sp. Aquaristische Moose beispielsweise sind ähnlich empfindlich wie die Algen und sterben durch diese Behandlung vollständig ab. Zur Algenbekämpfung außerhalb des Beckens solltet ihr eine 0,5%ige Glutaraldehydlösung vorbereiten – falls ihr nicht direkt an den Wirkstoff kommen solltet, könnt ihr auch EasyCarbo (welches eine ca. 5%ige Glutaraldehydlösung ist), im Verhältnis 1:10 verdünnen. Ihr werdet von dieser 0,5%igen Lösung ein Volumen von ca. 200 ml benötigen, bei größeren Pflanzen oder großen bewachsenen Wurzeln auch mehr. Diese Lösung könnt ihr in einem Einmachglas aufbewahren – sie hält längere Zeit und muss nicht nach jeder Behandlung ersetzt werden. Alle mit diesem Biozid benetzten Sachen solltet ihr allerdings nicht mehr für andere Zwecke verwenden.

Die betroffenen Pflanzen sollten nun aus dem Aquarium entnommen und leicht abgeschüttelt bzw. leicht abgetrocknet werden. Mit Hilfe von Gummihandschuhen oder einer Pinzette könnt ihr die Pflanze nun in die Glutaraldehydlösung für ca. 15 Sekunden eintauchen. Diese kurze Zeit genügt bereits, um die Algen abzutöten, während sie die Pflanze selbst nicht schädigt. Solltet ihr mit längeren Zeiten experimentieren, könnte die Pflanze selbst dabei geschädigt werden. Anschließend solltet ihr die Pflanze gut mit frischem Wasser abspülen, bevor ihr sie ins Becken zurückführt. Nach einem Tag werden die Algen – falls es Rotalgen sind – sich rosa verfärben (Abb. B) und nach einer Woche wird sich die Mikrofauna sowie Schnecken und Garnelen sich der Algen auf dieser Pflanze entledigen. Übrig bleibt nur ein sehr kurzer, kaum erkennbarer Flaum auf der Pflanze, welches ihre Optik wieder deutlich verbessert (Abb. C).

Abschließend möchte ich euch nochmal auf die Gefahr von Bioziden und die Notwendigkeit von verantwortungsbewusstem Umgang mit denselben hinweisen – ihr solltet immer mit Schutzausrüstung arbeiten, vor allem hohe Konzentrationen sind nicht nur für Tiere und Pflanzen sondern auch für Menschen giftig.