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23.01.2006
   Beobachtungen zum Verhalten von Menschenaffen
 

Am 11.1.2006 fand im Rahmen der Exkursionen der Zoologischen Fakultät der Universität Köln eine Beobachtung zum Verhalten von Menschenaffen statt, die im Krefelder Zoo stattgefunden hat, geleitet von Dr.F.Vedder und H.P. Krull.

Im Rahmen dieser Veranstaltungen wurden verschiedene Menschenaffen und andere Affen beobachtet - und aus den Beobachtungen die allgemeine Lebensweise in der Natur geschlossen. Dazu gibt es von mir, Denis Meuthen, einen umfangreichen Bericht, zu finden im Anhang.

 
Download: Beobachtungen zum Verhalten von Menschenaffen.pdf (4965x heruntergeladen)
 

   Die Krönung des Animal of the Year 2005
 


Zuallererst möchten wir uns für die hohe Beteiligung an der Abstimmung zum Animal of the Year 2005 bedanken - 266 Stimmen sind in die Wahl eingeflossen.

Der Puma, Felis concolor wurde mit 27,82% zum Animal of the Year 2005 gewählt. Nur knapp mussten sich der Nacktmull (mit 19,55% aller Stimmen) und der Sternmull (mit 16,17% der Stimmen) geschlagen geben. In der Summe aber haben sie trotzdem überwogen.

Deshalb an dieser stelle einen Trostpreis an die Mulle: Ihr seid die beliebtesten Tiere des Jahres 2005.

Wir wünschen uns, dass der weltweite Artenschutz dazu beiträgt, dass sowohl der Puma als auch die Mulle uns noch in Jahren erfreuen können.

 

04.12.2005
   Das Buschschwein
 


Das Buschschwein (Bushpig, Potamochoerus porcus) hat einen großen Kopf und einen kurzen Körper mit einem abgerundeten Ende. Es wird bis 80 cm hoch und kann bis zu 70 kg. wiegen. Es ist das farbenreichste Schwein, die westlichen Arten sind rot, die südlichen dunkel mit einem hellen Kopf. Vereinzelt verdunkelt sich die Körperfarbe mit zunehmendem Alter. Das Buschschwein verfügt über 42 Zähne, die Backenzähne sind schwer sichtbar, aber es hat rasiermesserscharfe 7 cm lange Eckzähne. Die Sekretdrüsen befinden sich an den Hauern ausschliesslich bei den Keilern. Ansonsten befinden sich welche an den Fussenden und unterhalb der Halsmähne.

Das Buschschwein ist weit verbreitet in bewaldeten Gebieten im Flachland bis zu 4000 m hoch im Bergwald in Zentral- und Südafrika. Es wird als landwirtschaftlicher Störenfried angesehen, der sich in landwirtschaftlichen gebieten gut vermehrt, da kein natürlicher Feind und ausreichend Nahrung vorhanden ist.

Buschschweine können in fast jedem Gebiet überleben, das Schutz und Futter bietet, inklusive den Sumpfgebieten. Es ist mehr oder weniger nachtaktiv, was an der Art des Schutzes liegt, oft liegen die Buschschweine tagsüber in dichtem Dickicht in grob geformten Nestern, die sie nur verlassen, wenn sie dazu gezwungen werden. Das Buschschwein ist ein Allesfresser, aber Wurzeln, Blätter und Früchte machen den Hauptteil der Nahrung aus. Sie pflügen gerne auf Nahrungssuche ganze Gebiete ab, wobei sie jede einzelne Pflanze ausgraben und ihrer Blätter befreien. Die Hauer werden verwendet, um tiefere Löcher zu graben. Buschschweine fressen auch Fleisch, inklusive Insekten und Exkremente, sie töten aber auch kleine Säuger sowie Vögel.

Buschschweine sind gesellige nicht-territoriale Tiere, die oft in ein Mann-Harems oder in Familienverbänden(1 Männchen, 1 Weibchen+Junge). Die hochsozialen Buschschweine leben in Gruppen von bis zu 15köpfigen Verbänden aus einigen älteren und vielen jungen Schweinen. Manchmal arbeiten sie in Verbänden zusammen. Die Gruppen haben einen grossen Aktionsradius von ca. 0,2-10 km². Diese Aktionsradien überlappen sich bei mehreren Buschschweingruppen kaum. Eine Familie wird meistens von einem Eber geführt und beschützt. Die Befruchtung ist mindestens einmal im Jahr möglich, einige Weibchen sind möglicherweise dauerhaft empfängnisbereit. Aber ältere junge Männchen werden oft von ihrem Vater vertrieben, wenn sie ihm beim Fressen oder Schlafen zu nahe kommen. Der Keiler stellt sein Nackenhaar zum Imponieren und Verfolgen von Artgenossen auf. Die Sauen kämpfen gleichermaßen mit jungen Weibchen um die Nahrung. Buschschweine in Bewegung kommunizieren mit leisem Grunzen, das vom dominanten Tier ausgeht. Keiler demonstrieren ihre Anwesenheit durch das Reiben mit Haut und Stosszähnen an Bäumen, um ihr Sekret abzugeben. Sich begrüßende Buschschweine blassen ihren Atem aufeinander.

Das Verhalten der Buschschweine ist kaum erforscht, aber es sollte dem Wildschwein sehr ähnlich sein, spwohl im Futterverhalten als auch im Begattungs und Ernährungsverhalten.

Dominanz-/Drohgebärde: Stolzieren mit der Präsentation der Seite, Aufstellen des Nackenhaars und Grunzen, Trampeln, Rollen auf dem Boden, gefolgt von Schütteln und der Sekretionsabgabe an Bäumen.

Verteidigungsgebärde: Abgeflachte Ohren, sich zurückziehend, dabei quietschend.

Kampfgebärden: Frontales und seitliches Schwingen mit den Hauern, Zustossen mit den Hauern, Zubeissen.

Die Präsentation der Seite ist beim Buschschwein spektakulär. Es steht oder kreist 1-2 Meter entfernt mit dem Nackenhaar und Körperhaar aufgestellt und frontal herumschwingenden Ohren zeigen sich die präsentieren Männchen mit einem Stolzieren und aufgestelltem Schwanz. Zusätzlich zum primitiven Schulter zu Schulter-Kampf boxen und drücken die Buschschweine einander frontal durch kreuzartiges aufeinanderprallen, indem sie die Kinnknochen dazu verwenden. Diese Kampfweise schützt auch die Muskeln und tendiert dazu, dass die Buschschweine sich einander nichts mit ihren Hauern aufreissen. Der Kampf wird von einem leicht quietschenden Ton begleitet, der bis zu der Stärke einer Art Schrei reichen kann.

Buschschweine reproduzieren sich beständig, möglicherweise in Verbindung mit einer Regenzeit. Die Weibchen tragen die Kinder ca. 21 Monate und produzieren Stückzahlen von bis zu 6 Frischlingen, meistens sind es aber nur 2-4. Die Verhaltensweisen des sexuellen Vorgangs sind bisher unerforscht.

Nach der Befruchtung isolieren sich die Weibchen und bereiten Nester vor, in denen sie die Kinder gebären. Bis zu 2 Monaten bleiben die Kinder versteckt, solange die Mutter auf Nahrungssuche ist. Weibchen, die von ihren Machwuchs begleitet werden, können such zusammenschließen, bis ca. 20-köpfige Gesellschaften, die aus einigen Erwachsenen und vielen Jungen bestehen, entstehen. Schnüffeln und gegenseitieg Körperpflege sind in diesen gesellschaften häufig. Wurfgeschwister sind unzertrennlich, bis sie voll ausgewachsen sind.

Bei Wahrnehmung eines Fressfeindes wird ein Alarmgrunzen abgegeben, das in einer Flucht und Verstecken der Gruppe führt. Einige Schweine stellen sich auch tot und andere machen gemeinschaftliche Gegenangriffe.

Die Buschschweine haben eine grosse Menge von Fressfeinden, von Löwen bis zu Adlern. Auch Lepoarden und gefleckte Hyänen sind die häufigsten Fressfeinde., vor allem da, wo andere natürliche Beute bereits ausgerottet wurde. Dadurch, dass das Buschschwein nachtaktiv ist, ist es verwundbarer als das Warzenschwein. Dies wird nicht durch den Schutz durch Gestrüpp kompensiert. Keiler und Sauen, die in einer Familie zusammenleben verteidigen oft zusammenarbeitend, die Jungen. Ein erregter Keiler gibt tiefe, dunkle Töne von sich, während eine fliehende Gruppe durch das Gestrüpp kracht, während sie lautes Grunzen und Schnauben abgibt, nur um nach einer kurzen Distanz zu stoppen und ihre Richtung zu ändern. Jungtiere reagieren bis sie ihre Flecken verlieren (~6 Monate) auf Alarmgrunzen durch Kriechen und Zittern.

 

03.12.2005
    Die Geburtsmechanismen des Poecilia reticulata
 


Wer den folgenden Text lieber vorgelesen haben möchte, der sollte sich die anhängende Datei anhören.

Poecilia reticulata-auch besser bekannt als der Guppy, eine oft gehaltene Fischart, zählt zu den lebendgebärenden Zahnkarpfen und reproduziert sich demzufolge mit lebendigem Nachwuchs.

Nach der Befruchtung (die auch eine ältere Vorratsbefruchtung, die für bis zu 11 Würfe Vorrat bietet, sein kann; allerdings wird eine jüngere Befruchtung stets vorgezogen) haben die Weibchen eine Tragezeit von stark variierenden 3-16 Wochen. In dieser Zeit verdoppelt sich bei vielen Weibchen der Körperumfang bis er schliesslich kurz vor der Geburt viereckig wird. Ebenfalls kurz vor der Geburt ernähren die Mütter ihre Kinder innerhalb ihres Leibes noch, bis sie geboren sind. Das Ovar verlässt nämlich nicht das Ovarium(Eierstock), wie es bei den Säugetieren der Fall ist. Es bleibt im Follikel, dem Ort im Ovarium, wo das Ovar(Ei) produziert wurde. Bei der Befruchtung schwimmen die Spermien bis zum Ovarium hoch und befruchten das Ovar innerhalb der Follikel. Dann wird eine zu der Säugetierreproduktion funktionsähnliche Plazenta gebildet, allerdings wird es nicht um den ganzen Körper der Larve gebildet, sondern zwischem dem Herz umgebenden Perikardium(Herzbeutel) und der Follikelwand. Dies wirkt auf die Leute, die nur die Reproduktion der Säugetiere kennen, bizarr. Aber im Grundlegenden erfüllt diese perikardische Plazenta die gleiche Funktion, Nährstoffe aus dem Blut der Mutter zu absorbieren, so wie die körperumgreifende Plazenta bei den Säugetieren arbeitet. Später werden die Jungen vom Ovarium befreit und wandern den Ovidukt(=Genitaltrakt) nach unten, bis sie geboren werden. Trotz dieser Ernährung mütterlichseits tragen die Jungen auch nach der Geburt noch einen Dottersack, der Nährstoffe enthält. Dieser Sack enthält die Nährstoffe die noch zu dem Zeitpunkt vorhanden waren, als das Ei befruchtet wurde. Von diesen Nährstoffen ernährt sich der Jungfisch auch noch kurze Zeit nach der Geburt. Die jungen Fische werden in einer rund gefalteten Position geboren, der Kopf liegt am Schwanz an. Bei der Geburt sinken sie manchmal zum Boden ab für einige Minuten, sind aber schnell in der Lage, auf sich selbst aufzupassen. Manchmal sind die Mütter kannibalistisch veranlagt, sie sehen ihre Jungen als Futter an und sorgen daher für einen ‚survival of the fittest’. Nur die am besten konditionierten Jungen sind demnach in der Lage, sich in schützendem Wasserpflanzendickicht den Blicken der Mutter zu entziehen.

Die Anzahl der geborenen Fische variiert stark zwischen einem und ca. 100 Nachkommen. Auch Extremfälle wie 200 Nachkommen wurden bereits registriert. Mit steigendem Alter der Weibchen in Richtung der maximal erreichbaren 4 Jahre Lebenszeit nimmt die Anzahl der geborenen Kinder ab sowie die Tragezeit zu.

 
Quelle: Dr.C.W. Emmens, guppy handbook, T.F.H. Publications
 
Download: poecilia.mp3 (1552x heruntergeladen)
 

14.11.2005
    Springspinne geht das Risiko nicht ein, beim Blutsaugen erschlagen zu werden
 


Wer den folgenden Text lieber vorgelesen haben möchte, der sollte sich die anhängende Datei anhören.

Wie Graf Dracula und seine Nachfahren, hegt eine kleine Springspinne eine Vorliebe für Blut. Die ostafrikanische Springspinne Evarcha culicivora ist allerdings nicht in der Lage die Haut von Säugetieren zu durchbrechen. Sie bevorzugt als Nahrung weibliche Stechmücken, die sich kurz vorher bei ihrem Wirt vollgesaugt haben. Diese Spinne ist somit das erste Tier das seine Beute danach aussucht, was sie vorher gefressen hat. Wie ein Proteincocktail ist Blut eine leicht verdaulicher, nährstoffreiche Nahrung. Dr Ximena Nelson, ein Wissenschaftler in Macquarie University in Australien, und ihr Team haben ein Experiment zur Futterauswahl bei diesen Spinnen gemacht. Dazu haben sie die Spinne in einen Glasbehälter gesperrt, der ausserdem mit männlichen (Pflanzensaftsaugenden) Mücken, weiblichen Mücken, die mit einer Zuckerlösung gefüttert wurden und weiblichen Mücken, die gerade Blut gesaugt haben, gefüllt war. Ausschliesslich visuell suchte sie sich die dicken, rötlichsten Mücken als Nahrung aus.

Dr. Nelson meint, der Konsum von Blut ist eine gefährliche Aktivität, da jeder Wirt über Schutzmechanismen verfügt, die eingesetzt werden, sobald diese verletzt werden. Der Mensch schlägt mit der Hand nach dem Parasit, die Kuh mit dem Schwanz etc. und so stirbt der Parasit oft. Darum scheint es sicherer für die Spinne zu sein, sich von blutgefüllten Bücken zu ernähren, als erschlagen zu werden, selbst wenn sie die erforderlichen Mundwerkzeuge hätte.

Evarcha culicivora geht überdies klug im Beutefang vor: Sie schleicht sich an wie eine Katze und stürzt sich auf oder unter die Mücke, um einen Biss anzubringen.

Selbst namhafte Wissenschaftler gaben zu, von den Ergebnissen verblüfft zu sein, wie auch Dr. Steve Heydon von der University California.

 
Download: evarcha.mp3 (1729x heruntergeladen)
 

20.09.2005
   Der Nacktmull (Heterucephalus glaber)
 


Systematik:
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte
(Hystricognatha)
Familie: Sandgräber (Bathyergidae)
Gattung Nacktmulle (Heterocephalus)
Art Nacktmull (H. glaber)
Wissenschaftlicher Name
Heterocephalus glaber
Rüppell 1842

Der Nacktmull (Heterocephalus glaber) ist eine Art der Sandgräber (Bathyergidae) innerhalb der Nagetiere. Sie leben in riesigen unterirdischen Bauten in den Halbwüsten Ostafrikas, speziell im Süden Äthiopiens, in Kenia und Somalia.


Merkmale:

Sie verdanken ihren Namen der Tatsache, dass beinahe ihr gesamter Körper mit Ausnahme von einigen Fühlhaaren (Vibrissen) vollkommen haarlos ist. Dies wird als Anpassung an ihre Lebensweise in großen Kolonien gewertet. Durch ihre Haarlosigkeit können sich Parasiten auf ihren Körpern schlechter ansiedeln und verbreiten. Als weitere Merkmale besitzen die Tiere riesige Nagezähne, die sie wie Baggerschaufeln einsetzen können, sowie winzige Augen und Ohren ohne Ohrmuscheln. Mit ihren Nagezähnen können sie sich angeblich sogar durch Beton graben.


Lebensweise:

Nacktmulle leben in Kolonien von 20 bis 300 einzelnen Tieren. Die Organisation dieser Kolonien weist einige Besonderheiten auf, die sonst nur bei Insekten beobachtet und in ihrer Gesamtheit als Eusozialität bezeichnet werden. Charakteristisch ist eine strenge, hochspezialisierte Arbeitsteilung, die, wie bei den Bienen, an das Lebensalter des einzelnen Individuums gebunden ist. Junge Nacktmulle kümmern sich um ihre jüngeren Geschwister. Werden sie älter, betätigen sie sich als Gräber und sind für den Ausbau des Gangsystems zuständig. Sie arbeiten gemeinsam wie am Fließband. Ältere Tiere halten sich an den Ausgängen des Baues auf, die sie bewachen und nebenbei das antransportierte Material auswerfen (Volcanos). Jede Kolonie wird von einer einzigen Königin dominiert, die als einziges Weibchen fertil ist und ca. 60 Junge im Jahr wirft. Sie paart sich mit mehreren Männchen, die nicht mit ihr verwandt sind und aus anderen Kolonien stammen. Anders als bei den Graumullen, sind Nacktmull-Königinnen ausgesprochen aggressiv und attackieren häufig ihre infertilen Töchter und Söhne.

Die Gründe für die Infertilität der Nachkommenschaft sind bislang nicht ausreichend erforscht. Einige ältere Vermutungen gehen von einer hormonellen Unterdrückung durch die Königin aus, doch diese konnte nicht nachgewiesen werden. Eine andere Erklärung besagt, dass sich durch den Dauerstress, den die Töchter ertragen müssen, deren Eierstöcke nicht zur Reife gelangen und sie deshalb steril bleiben. Dies erklärt jedoch nicht, warum es in Nackmull-Kolonien nicht zu Paarungen unter den infertilen Arbeitern und Arbeiterinnen kommt.

Stirbt eine Nacktmull-Königin, werden von den verbliebenen, koloniefremden Männchen einige andere Weibchen befruchtet, die sich daraufhin gegenseitig bekämpfen. In aller Regel siegt das Weibchen, das am schnellsten Jungtiere gebären kann.

Die Nacktmulle ernähren sich von Knollen. Um diese zu finden, graben sie kreuz und quer Gänge. Um einen Gang zu graben, benötigen sie ungefähr 3500x so viel Energie, wie wenn sie die gleiche Strecke an der Oberfläche zurücklegen würden. Da müssen sie zusehen, dass sie Energie einsparen. Wechselwarme Tiere benötigen 10x weniger Energie als gleich große warmblütige.
Während der Trockenzeit bilden die Pflanzen weniger, dafür aber dickere Knollen. Die wenigen Knollen sind schwieriger zu finden, also werden mehr Nacktmulle geboren. Weil das den absoluten Nahrungsverbrauch aber um einiges erhöht, schrumpfen die Tiere.


Die Nacktmulle sind nicht die einzigen eusozialen Säugetiere. Auch bei ihren Verwandten, den Graumullen, ist diese Tendenz gegeben. Bei diesen fehlt jedoch die Unterdrückung durch die Königin. Statt dessen weisen die Männchen eine Inzest-Schranke auf, welche verhindert, dass sie sich mit Weibchen paaren, mit denen sie verwandt sind. Diese Schranke kann experimentell nachgewiesen werden. Da diese Inzestschranke von den Männchen ausgeht, nicht von den Weibchen, besteht bei den Graumullen die Möglichkeit, dass mehrere Weibchen gleichzeitig Jungtiere aufziehen. Das kommt vor, wenn ein Arbeiter-Weibchen außerhalb des Baues auf ein koloniefremdes Männchen trifft, das seinen Annäherungsversuchen nachgibt. Die daraus entstehenden Jungtiere werden in der Kolonie normal aufgezogen, wobei die Königin keinen Unterschied zwischen dem eigenen Wurf und ihren Enkeln macht.

Die Ursachen für das soziale Verhalten sind nicht vollständig geklärt, die wahrscheinlichste Theorie sieht darin eine Anpassung an die fleckenhaft vorkommende Nahrung im Lebensraum der Tiere. Um in dem harten Boden der Halbwüsten Nahrung zu finden, müssen möglichst viele Tiere auf Nahrungssuche gehen und die gefundenen Nahrungsquellen teilen.

Weitere Tatsachen über diese Tiere:

* Nacktmulle nutzen beispielsweise Wurzeln als Staubmasken.
* Die Königin wächst während der Schwangerschaft in die Länge.
* Nacktmulle haben die höchste bekannte Inzestrate unter allen untersuchten Tieren weltweit.

 

   Der Wolf (Canis lupus)
 


Merkmale: Kopf-Rumpf 100 bis 140 cm, Schwanzlänge 30 - 50cm, Schulterhöhe bis 90cm, Gewicht 30 bis 75kg. Männchen (Rüde) größer als das Weibchen (Wölfin). Der Wolf ist erheblich größer als der Goldschakal ( Canis aureus ), dem einzigen Hundeartigen, mit dem man den Wolf in Europa verwechseln könnte. Gebiß mit großen Eck - und scharfen, scherenartig wirkenden Reißzähnen. Alte Rüden sind im Halsbereich sehr kräftig, ihre starke Behaarung wirkt wie ein Mähnenansatz.
Fell überwiegend grau, im Winter erheblich dichter als im Sommer. Schwanz ist buschig. Körperbau in der Statur einem großen kräftigem Schäferhund ähnlich. Vielfältige Rufe mit Jaul- und Heultönen, besonders wenn Wölfe im Rudel zusammen sind. Hundeartiges Bellen kommt dagegen nur selten vor.

Verbreitung: Von der arktischen Tundra bis zu den Steppen- und Buschwaldgebieten Süd- und Südosteuropas war er ursprünglich in nahezu allen Lebensraumarten verbreitet. Wegen starker Nachstellung durch den Menschen wurde er zurückgedrängt auf abgelegene, schwer zugängliche Berggebiete in Nordskandinavien, auf die Balkanhalbinsel und die Iberische Halbinsel. Erst im Osten schließt sich das Areal. Von dort wandern immer wieder einzelne Wölfe auf uralten Wechseln nach Westen. In einigen Gebieten Frankreichs konnten sie sich wieder dauerhaft ansiedeln, oder sie bleiben dort aus Restvorkommen erhalten. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Osten über weite teile Zentralasiens und Sibiriens bis nach Nordamerika hinüber, wo Wölfe vor allem noch in Alaska und Kanada (Timberwolf) vorkommen.

Lebensraum: Ursprünglich Steppen- und Buschwaldbewohner. Heute hat sich der Wolf in für Menschen kaum erreichbare Berggebiete zurückgezogen.

Lebensweise: Wölfe zählen zu den anpassungsfähigsten Raubtieren. Sie richten ihre Lebensweise in starkem Maße auf die jeweiligen Umweltbedingungen ein. Außerhalb der Paarungszeit leben sie meist in Rudeln. Diese Wolfgemeinschaft stellt eine der am weitesten entwickelten Formen des Soziallebens unter Tieren dar. In einem Rudel schließen sich die Wölfe zu einer Einheit zusammen, ohne dabei an ihrer Individualität zu Verlieren. Dieses soziale Gefüge garantiert einen enormen Jagderfolg. Beutetiere, die ein Wolf nie alleine bezwingen könnte ( etwa einen ausgewachsenen Elch), werden im Rudel erlegt. Die Gemeinschaft befähigt die Wölfe zur Großwildjagd. Aus dem gegenseitigem sich kennen erfolgt eine Rangordnung mit klarer Rollenverteilung. Der stärkste Wolf wird zum Leitwolf ( Alpharüde) und führt das Rudel an, auch wenn er einige Aktionen der ranghöchsten Wölfin überlässt. Bei der Jagd wirken die Rudelmitglieder zusammen, lösen sich beim Hetzen ab oder teilen sich in Untergruppen auf, die sich gegenseitig das Wild zutreiben. Die Beute wird unter allen Tieren im Rudel, je nach ihrem Rang aufgeteilt. Zu ernsthaften Kämpfen innerhalb des Rudels kommt es selten. Das hängt wohl damit zusammen, dass die meisten Rudelmitglieder eng verwandt sind. Heftige Kämpfe werden über Demuts- oder Unterwürfigkeitsgesten abgeblockt. Das Darbieten der ungeschützten Kehle löst beim Artgenossen eine Beißhemmung aus. Die strenge Rangordnung hat auch zur Folge, dass sich besonders nahrungsknappen Zeiten, nur die Ranghöchsten Rüden und Wölfinnen paaren und Nachwuchs zeugen.
Wölfe die in der Rangordnung in der Mitte oder unten stehen, werden dann von der Fortpflanzung ausgeschlossen. Daraus ergibt sich eine Art der internen Geburtenkontrolle. Der Zusammenhang des Rudels lockert sich während des Sommers oder in Phasen hoher Nahrungsangebote. Mitunter sondern sich auch einzelne paare ab. Der Rüde bleibt zur Jungenaufzucht meist bei der Wölfin. Auf das Jagen sind Wölfe ganz anders eingerichtet als beispielsweise Katzen. Sie betreiben keine Lauer- sondern Hetzjagd. Obwohl sie gut springen können ist das hinter der Beute her Hetzten das wichtigste Element ihrer Jagd. In ihrem Körperbau spiegelt sich ihre gute Lauffähigkeit in starkem Maße wieder. Die langen Beine ermöglichen einen ausgreifenden Gang.


Die Muskulatur ist auf Dauerleistung angelegt und ermüdet nich so schnell wie das bei dem Überraschungsjäger Katze der fall ist. So erreicht ein jagender Gepard zwar erheblich höhere Geschwindigkeiten als der Wolf, aber er hält dies nur ein paar Sekunden durch, und ist danach erschöpft. Wölfe dagegen können ein Beutetier stundenlang Hetzten und dabei eine hohe Dauergeschwindigkeit durchhalten. Über kurz oder lang muss sich dann jedes Beutetier dem Angriff stellen. Er erfolgt aus dem Rudel, und zwar von allen Seiten. nur die Wolfszähne fassen zu. Krallen spielen beim Beutefang für den Wolf keine Rolle. Seine dünnen Laufbeine können weder kräftig zuschlagen noch starke Beutetiere festhalten. Wölfe beißen daher ihre Beute tot, wie das auch bei Großkatzen möglich ist. Bei der Verfolgung müssen sie ihrer Beute auf der Spur bleiben ohne sie dauernd sehen zu können. Das gelingt ihnen mit ihren langen ,,Hundenasen'', die über einen so feinen Geruchssinn verfügen, dass er wohl zu den besten Sinnesorganen zählt das die Natur ja hervorgebracht hat. Der Wolf kann an einer Fährte sofort erkennen ob es sich lohnt, der Beute zu folgen. Natürlich nimmt der Geruchssinn auch bei den sozialen Kontakten eine wichtige Rolle ein, sei es dass sie sich individuell am Geruch erkennen und unterscheiden oder das sie ihr Revier mit Duftmarken markieren ( wie man das auch bei Haushunden kennt).
Gelegentlich treffen verschiedene Wolfsrudel aufeinander. Dann entwickelt sich leicht ein Kampf, der für einen der Beteiligten tödlich sein kann. Die Wahrscheinlichkeit solcher Begegnungen wird dadurch eingeschränkt, da sich ein Wolfsrudel nur auf ein kleines Areal beschränkt. Ist das beanspruchte Gebiet 10 - 20 km breit, wird der äußere bereich weniger häufig aufgesucht als der Rest des Territoriums.
Diese Randgebiete werden von dominanten Tieren in jedem Rudel markiert. Sie urinieren in regelmäßigen abständen Abständen an Gegenstände. Die Dichte der Duftmarken in Grenzgebieten ist doppelt so hoch wie im inneren Gebieten. Denn Wölfe erhöhen die Anzahl ihrer Duftmarken, wenn sie auf Markierungen fremder Artgenossen stoßen. Diese dichten Markierungszonen befähigt ein Rudel vermutlich dazu, die Grenzen zum Nachbarn zu erkennen.
Duftmarken informieren jedoch nur darüber aus, wo die Nachbarn durchgezogen sind. Über den Aufenthaltsort sagen sie nichts aus. Zu dieser Information hat das Rudel einen anderen Ortungsmechanismus, das Heulen. Dabei vereinigen alle Mitglieder des Rudels ihre Stimmen, so das bei guten Bedingungen der Chor bis zu 10 km weit zuhören ist. Nähern sich zwei Rudel einem Grenzgebiet, erhöhen sich gleichzeitig die Chance, das sie von Nachbarn wahrgenommen werden. So kann ein zusammen treffen und ein möglicher Kampf vermieden werden.
Nicht immer reagieren Wölfe auf das heulen ihrer Nachbarn. Manchmal scheint es vernünftiger zu sein, seinen eigenen Aufenthaltsort geheim zu halten, z. b. wenn das Rudel grad mit einer frisch erlegten Beute beschäftigt ist.


Nahrung: Wölfe verzehren durchaus nicht nur größere Beutetiere, wie Elche, Rot- und Rehwild, sondern auch Kleintiere, Kadaver und sogar pflanzliche Kost. Sie sind nicht wählerisch und nehmen das, was am leichtesten erbeutet werden kann. Deshalb verursachen sie auch immer wieder Probleme mir Nutztieren wie Schafen oder Rindern. Aus diesem Grund ( und nicht etwa wegen ihrer Gefährlichkeit) hat der Mensch die Wölfe in großen teilen des ehemaligen Verbreitungsgebietes ausgerottet und stellt ihm heute noch in seinen letzten Refugien nach. Haustiere lassen sich meist leichter erbeuten wie scheues Wild ( und sie treten in Gruppen auf). Schafherden werden deshalb fast überall wo es Wölfe gibt, von besonders befähigten Hunden bewacht, z.b von ungarischen Hirtenhunden, die es durchaus mit Wölfen aufnehmen können.

Fortpflanzung: Wölfe paaren sich in der Regel schon im Winter. Nach 63 Tagen Tragezeit kommen im März/April meist 4 - 6 Welpen zur Welt. Sie brauchen Pflege und Schutz, bis sie etwa mit 6 Monaten selbstständig werden. Die Rüden und auch nicht selten die Rudelmitglieder beteiligen sich an der Nahrungsversorgung der Jungwölfe, die auch später in den Verbannt aufgenommen werden. Schon bei der Geburt entscheidet der Sozialstatus der Mutter darüber, wo die jungen später stehen werden.
Unterarten: In seinem großen Verbreitungsgebiet hat sich der Wolf unterschiedlich angepasst. Dadurch sind Unterarten entstanden. Die Einteilung ist bei Fachleuten aber Umstritten. Ganz im Norden von Kanada leben die weissen, hochbeinigen Polarwölfe. Im Nordwesten von Amerika kommen die Arktischen Wölfe vor. Sie sind weiss oder grau, oder schwarz. In den Nadelwäldern Nordamerikas leben die Timberwölfe .
In Europa werden alle Wölfe als Grauwölfe bezeichnet. Es gibt aber beträchtliche Unterschiede: In Italien und Spanien zum Beispiel sind die Wölfe kleiner, rötlicher und vor allem Scheuer als die weiter nördlich lebende Tiere.
In Asien Leben im Norden der Tundrawolf und in den Steppen Innerasiens der rötlich graue Steppenwolf .
In Arabien lebt der kleine Arabische Wolf und in Indien der Pallipeswolf .


Vorfahren: Vom Wolf stammen alle Haushunderassen ab. Sie zeigen welche Vielfalt an Formen in seinen Erbanlagen schlummern, die erst die Züchtung hervor gebracht hat. Der Hund ist wohl das älteste Haustier des Menschen, und es hat sicher lange zeit gedauert bis aus zahmen Wölfen Tiere wurden, die man wirklich als Haushunde bezeichnen kann. Die immer noch verbreitete Furcht vor dem Wolf ist unbegründet.
Kurzer Überblick über die Entwicklung und Herkunft des Wolfes

Die Vorfahren des Wolfes (Canis lupus) , waren Fleischfresser, die vor 100 bis 200 Millionen Jahren auf dem nordamerikanischen Kontinent lebten. Die Beutetiere des Wolfes, die Huftiere, blicken ebenfalls auf gemeinsahme Vorfahren zurück. Die Vorfahren beider Arten lassen sich bereits vor 100 Millionen Jahren nachweisen. Beide Tierarten entwickelten sich in Steppengebieten der Vorzeit zu Lauftieren und beeinflussten sich wahrscheinlich gegenseitig in ihrer Entwicklung (,,Rüstwettlauf'' zwischen Jäger und Beute). Die Wolf- Vorfahren spezialisierten sich auf das Jagen der Huftiere und diese entwickelten paralell dazu Abwehrtechniken. Man nimmt an das sich der Wolf in den nördlichen Regionen entwickelt, und sich von dort ausgebreitet hat.
Vor etwa 55 Millionen Jahren entwickelten sich die ersten Säugetiere mit Ansätzen von Fangzähnen, aus denen sich die späteren Fleischfresser entwickelten. Cynodictis entwickelte sich vor ca. 30 - 40 Millionen Jahren und hatte schon die gleiche Anzahl Zähne wie unseren heutigen Wölfe, war aber kleiner und hatte einen flexibleren Körperbau. Auch die Läufe waren wesentlich kürzer als die unserer heutigen Wölfe. Im Ganzen sah Cynadictis wohl mehr wie ein Wiesel aus. Über Cynodictis und Cynodesmus zum Tomarctus entwickelte sich der heutige Wolf. Die Läufe wurden länger und kräftiger, die fünfte, innenwändige Zehe entwickelte sich zu einem Überbleibsel zurück, der Schwanz wurde kürzer und das Aussehen glich mehr unseren heutigen Wölfen und Füchsen. Der Fuchs behielt seine Ursprüngliche Größe bei, der Wolf aber wurde größer und erreichte seine heutige Form vor etwa 1 bis 2 Millionen Jahren. Ein enger Verwandter, Canis Dirus (Direwolf) lebte in der Eiszeit und war noch sehr viel größer als der heutige Wolf, starb aber am Ende der Eiszeit. Canis lupus entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Raubtiere der Erde und konnte sich in viele Unterarten den verschiedensten Umgebungen anpassen. Wölfe leben in den schneesturmgepeitschten Gebieten Alaskas, sind aber auch im heißen Spanien und Indien zuhause.

Lange Zeit stritten die Forscher um die genaue Herkunft unserer Hunde. Einige jeweils weit verbreitete Ansichten waren: der Hund stammt vom Wolf ab, Der Hund stammt vom Schakal ab, der Hund entstand aus einer Mischung aus Schakal und Hund, der Hund hat uns unbekannte, wildhundartige Vorfahren. Inzwischen ist die Herkunft des Hundes (nicht zuletzt durch die rasanten Fortschritte in der Genetik) geklärt: der Hund stammt zweifelsfrei vom Wolf Canis lupus ab! Der alte Wissenschaftliche Name des Hundes Canis familiaris , wurde deshalb in Canis lupus familiares geändert. Eine weitere Interessante ,,Variante'' ist der Australische Dingo, der verwilderte Haushunde als Vorfahren hat. Der Dingo heisst in der Wissenschaft Canis lupus familiaris dingo.


Verhalten:
Die Rangordnung im Wolfsrudel

Wölfe leben in einem komplexen Familienverband, in dem jedes Mitglied seine bestimmten Aufgaben hat und in dem es eine Hierarchie oder Rangfolge gibt. Verhaltensforscher haben den verschiedenen Rängen einprägsame Namen gegeben. Der alte Begriff Leitwolf ist z.B. durch Alphawolf ersetzt worden. Auch für die anderen Ränge wurden Bezeichnungen wie Betawolf, unterwürfiger oder untergebener Wolf usw. vergeben.

Alphawölfe

Die Anführer eines Rudels sind das Alpha-Männchen und Alpha-Weibchen, die man an ihrem hochgestellten Schwanz erkennen kann. Als Eltern der meisten Angehörigen des Rudels übernehmen sie naturgemäß die Führung. Die Autorität wird fortwährend mit Erziehungsmaßnahmen gegenüber den Abkömmlingen unterstrichen. Alpha-Wölfe sind normalerweise voll ausgewachsen und halten ihre Führungsposition bis zu acht Jahre. Das Alpha-Männchen zieht dem Rudel voraus und bestimmt die Marschrichtung. Das Alpha-Weibchen hält sich dabei in seiner Nähe.

Betawölfe

Ein Beta-Männchen zieht den Kopf und Schwanz in Anwesenheit eines Alpha-Wolfs ein, und demonstriert damit seine Unterwerfung. Beta-Wölfe sind sozusagen die stellvertretenden Abteilungsleiter im Rudel. Dem Alpha-Pärchen untergeben, aber noch über den anderen Rudelmitgliedern stehend.

Untergebene Wölfe

Normalerweise jüngere Wölfe, manchmal aber auch ehemalige Alpha-Wölfe, die ihre Führungsposition verloren haben. Diese im Rang niedriger stehenden Wölfe spielen eine wichtige Rolle bei der Aufzucht und dem Füttern der Welpen. Im Umfeld der Höhle sind sie von den wirklichen Eltern nur schwer zu unterscheiden. Die Anzahl der überlebenden Welpen hängt oft allein von der zusätzlichen Fürsorge der untergebenen Wölfe ab.

Omegawolf

Bei einem größeren Rudel wird oft ein Wolf untersten Ranges zur Zielscheibe der angestauten Aggressionen. Von Verhaltensforschern Omega-Wolf genannt, scheint dieser Wolf eine Art Sündenbockfunktion einzunehmen. Manchmal wird er wie ein Aussätziger behandelt. Dieses Verhalten dient auch der besseren regionalen Verteilung der Wölfe. Häufig versucht der ausgestoßene Wolf nämlich, um der Misshandlung am unteren Ende der Rangordnung zu entgehen, ein neues Rudel zu gründen. Ein solcher Sündenbock ist an dem glatt gelegten Fell, seinen angelegten Ohren, und dem tief zwischen den Läufen eingezogenen Schwanz zu erkennen.

Es ist nun allerdings keineswegs so, dass alle Rudelmitglieder dem Alpha-Paar sklavisch untergeben sind. Jedes Rudelmitglied hat natürlich seinen eigenen Willen. Nach neuesten Erkenntnissen soll es auch beim Fressen keine hierarchische Rangordnung geben. Im gemeinsamen Spiel unter den Rudelmitgliedern erlaubten die Alpha-Tiere auch schon mal eine Missachtung der bestehenden Rangordnung und auch die jüngeren Tiere dürfen manchmal ein wenig über die Strenge schlagen. Für Rüden und Weibchen existieren zwei getrennte Rangordnungen im Rudel. Normalerweise kämpfen auch nur Weibchen mit Weibchen und Rüden mit Rüden um die Rangordnung miteinander.

Rangordnungskämpfe

Hin und wieder kann es auch zu Kämpfen um die Rangfolge im Rudel kommen. Jüngere Tiere können versuchen, die bestehenden Machtverhältnisse zu ihren Gunsten zu verändern. Wölfe versuchen, ernsthaften Beißereien aus dem Weg zu gehen und so spielen sich die Machtkämpfe normalerweise durch Droh- und Unterlegenheitsgesten ab. Häufig gibt das schwächere Tier schon vor einem ernsthaften Kampf nach, legt sich auf den Boden und bietet dem Sieger die Kehle dar. Beim Sieger wirkt jetzt eine Aggressionshemmung. Mit der Unterwerfung des Verlierers ist der Machtkampf beendet. Manchmal kommt es aber doch zu ernsthaften Auseinandersetzungen und Beißereien zwischen den Rudelmitgliedern. Wenn beide Tiere nicht nachgeben wollen, kann es zu ernsthaften und blutigen Kämpfen kommen. Normalerweise merkt aber auch hier ein Tier rechtzeitig, wenn es unterlegen ist, und beschwichtigt denn den stärkeren Gegner mit Unterwürfigkeitsgesten. Zu Kämpfen mit tödlichem Ausgang kommt es extrem selten.

Welpen


Wölfe benutzen Höhlen nur zur Geburt und Aufzucht ihrer Jungen. Sie Graben diese Höhlen in der Regel an erhöhter Stelle über dem Ufer eines fließenden Gewässers oder Sees. Von diesen Positionen aus können sie das umliegende Gelände überschauen und sind gleichzeitig in Wassernähe.

In die Höhle führt gewöhnlich ein ovaler, 40 bis 60 Zentimeter breiter und 90 Zentimeter hoher Gang, der 3 bis 4,5 Meter lang ist und in eine 1,2 bis 1,5 Meter breite und rund 75 Zentimeter hohe Kammer mündet. Am Graben dieser Höhle beteiligen sich beide Elternteile. Die Tragzeit dauert 63 Tage. Das trächtige Weibchen beteiligt sich bis kurz vor der Geburt an den Jagden des Rudels. Auch nach dem Graben der Wurfhöhle kann ein Rudel noch ausgedehnte Jagdausflüge unternehmen, doch kurz vor und nach der Geburt wird die Höhle für etwas mehr als zwei Monate zum Mittelpunkt der gesamten Aktivitäten des Rudels. Ein bis zwei Wochen vor der Geburt stellt das trächtige Weibchen die Jagd ein und bleibt in der Nähe der Höhle.



In den Tagen direkt vor der Geburt bemerkt man bereits, wie das Verhalten und Aussehen der Wölfin sich ändert. Die Trächtigkeit ist ihr nun vom Leibesumfang her deutlich anzusehen, die Zitzen schwellen an und das Fell um die Zitzen herum wird von ihr herausgerissen. Die Wölfin wirkt unruhig und nervös oft schon mehrere Tage vor der Geburt.
Im ersten Stadium der Wehen kommt ein klarer Ausfluss aus der angeschwollenen Scheide. Die Wölfin leckt und reinigt sich unablässig. Der Atem wird rasch und hechelnd, es kann auch sein, dass sie vor Schmerzen aufjault.

Von den ersten Wehen bis zur Geburt des ersten Welpen vergehen oft mehrere Stunden. Die Abstände in denen die einzelnen Welpen geboren werden, sind sehr variabel, so dass mal drei Stunden und mal auch nur fünf Minuten zwischen den Geburten vergehen können

Geworfen werden gewöhnlich fünf oder sechs Junge, doch hat man bis zu vierzehn und in einem Einzelfall sogar 18 Welpen gezählt. Nach der Geburt leckt die Wölfin den Welpen heftig, schiebt ihn hin und her und geht recht unsanft mit ihm um. Dadurch wird der Welpe trocken, warm und seine Atmung angeregt. Sobald der erste Schrei ertönt, ist alles in Ordnung. Schon bald danach sucht der kleine Welpe instinktiv den Bauch der Mutter und die Zitzen, um das erste Mal zu saugen, wobei ihm die Mutter wenn nötig hilft und ansonsten einfach entspannt und auf den nächsten Welpen wartet.

Tot oder stark missgebildet geborene Welpen werden entweder aufgefressen oder von den Eltern draußen in einem Loch verscharrt.

- Die Welpen -

Ein gesunder neugeborener Welpe ist blind, taub, zahnlos und hungrig, aber laut. Mit den Beinen rudernd bewegt er sich fort, während sein Bauch auf dem Boden schleift. Er kann gerade gut genug kriechen, um an die Zitzen zu kommen, und er weiß, wie man die Muttermilch saugt und leckt. Auch ist er bereits in der Lage zu treteln, um dadurch den Milchfluß der Mutter anzuregen. Eine Fähigkeit, die sich im Laufe der Zeit noch steigert und verbessert.

Selbst wenn junge Welpen nicht an den Zitzen saugen oder schlafen, geben sie schmatzende Geräusche von sich. Sie saugen sogar an ihren Pfoten!

Während der Säugephase säubert die Mutter die Welpen und stimuliert sie zum urinieren und zur Darmentleerung, indem sie ihre Genitalregion beleckt. Sie verschluckt all ihre Ausscheidungen und hält so die Geburtsumgebung sauber und geruchsfrei. Ohne diese Hilfestellung sind die kleinen Welpen noch nicht in der Lage, Kot oder Harn abzusetzen. Instinktiv halten sie still, wenn die Mutter ihren Bauch leckt.

Aufgrund der Taubheit und Blindheit reagieren Welpen in diesem Alter nur sehr schwach auf Außenreize. Die Augen sind verschlossen und lassen sich noch nicht öffnen. Die Gehörgänge sind durch eine Art Membran verschlossen und abgedichtet, die den Gehörgang wie eine Art Deckel absichert und so die Hörfähigkeit verhindert. Eine zusätzliche wenn auch weniger entscheidende Klappe über den Gehörgängen stellen die Ohren der Welpen dar, welche sich erst viel später zu Stehohren aufrichten werden.

Ein neugeborener Welpe ist sehr wenig bis fast gar nicht in der Lage, seine Körpertemperatur alleine zu regeln, weshalb er auf Wärme und Schutz durch die Geschwister und vor allem die Mutter unbedingt angewiesen ist. Aus diesem Grund hat die Natur dafür gesorgt, dass die unbeholfenen Kriechbewegungen der Welpen in diesem Alter nur im Kreis verlaufen, was verhindert, dass sie sich versehentlich all zu weit von ihrer Mutter und ihren Geschwistern entfernen und dadurch auskühlen könnten. Ihre Bewegungsfähigkeit ist also gerade ausreichend, um sich innerhalb des direkten Nestbereiches fortbewegen zu können und somit zu ihrer Mutter oder den Geschwistern zurückfinden zu können. Instinktiv suchen sie die Wärme, weshalb es auch nicht ungewöhnlich ist, wenn die Welpen aneinander und sogar halb übereinander krabbeln und in einem Haufen aufeinander liegen.

Bei der Geburt wiegt ein Welpe im Durchschnitt zwischen 300 und 500 Gramm und ist etwa 25 bis 33 cm lang. Sein Tagesablauf besteht hauptsächlich aus trinken und schlafen, denn erst nach etwa vier Tagen erhöht sich allmählich die Aktivität der Welpen. In den ersten 14 Tagen wird durch die Muttermilch das Geburtsgewicht eines Welpens verdreifacht.

Wie bei den meisten jungen Säugetieren bewegen sich die Welpen während der meisten Schlafperioden äußerst lebhaft. Sie wölben die Zunge, kneifen gelegentlich die ohnehin geschlossenen Augen noch mehr zusammen, zucken mit den Ohren, knurren und wimmern. Es ist wohl davon auszugehen, dass sie häufig und intensiv träumen.

Es scheint von der Natur absichtlich vorgesehen, dass Sinne, die von den Welpen in den ersten Tagen noch nicht benötigt werden, auch noch nicht verfügbar sind, um den Welpen nicht unnötig zu irritieren. Sehr gut ausgeprägt ist hingegen bereits der Geruchssinn, und auch der Tastsinn und das Gefühl für Temperatur sind vorhanden. Wahrgenommen werden die Umweltreize vor allem mit den Tasthaaren sowie mit der Nase. Die Hauptmotivation der Welpen richtet sich auf Futter und einen entsprechenden Wärmeausgleich. Mit Hilfe der Tasthaare werden Wärmequellen (Mutter und andere Geschwister, aber auch Ersatzobjekte) gesucht, mit Hilfe der Nase die Nahrungsquelle (Milchzitzen der Mutter). Wenn ein Welpe sich kalt, unwohl oder in irgendeiner Weise verloren fühlt, sich lösen muss oder gar Schmerzen hat, schreit er. Geht es ihm hingegen rundum gut, schläft er überwiegend.

Die Welpen sind in diesem Alter noch ausschließlich ich bezogen, das bedeutet Eltern und Geschwister werden zwar wahrgenommen, jedoch findet keinerlei sozialer Kontakt im Sinne eines Erkennens statt. Das Verhalten ist somit überwiegend Instinktgesteuert und es finden keine gezielten Interaktions- oder gar Spielversuche statt.

Neugeborene Welpen haben kurze Beine, ein stumpfes Gesicht, einen kleinen, kurzen, dünnen, lichten Schwanz und kleine, nach vorne fallende hängende Ohren. Das Fell ist kurz und feinwollig, meist dunkel gefärbt.

Die Körpersprache der Wölfe


Die sichtbaren Kommunikationssignale der Wölfe basieren hauptsächlich auf Körpersprache. Wie der Mensch und der Hund, bringen auch Wölfe ihre Gefühle durch verschiedene Gesichtsausdrücke zum Ausdruck. Deswegen spielen die Gesichtsmerkmale in der Kommunikation der Wölfe eine große Rolle. Menschen lachen, wenn sie glücklich sind, und Hunde setzen manchmal ein Glücksgesicht auf. Der frohe Gesichtausdruck der Wölfe oder Hunde besteht aus einem offenen Maul, heraushängender Zunge und nach vorne gerichteten Ohren. Die Gemütszustände, die ein Wolf durch Körpersprache ausdrücken kann, sind Misstrauen, Drohen, Angst und Unterwürfigkeit. Die Drohgebärden unterscheiden sich erheblich von den freundlichen Gesten. Das drohende Tier, ob Hund oder Wolf, rümpft die Nase, öffnet das Maul, bleckt die Zähne und richtet die Ohren voll auf. Dies wird mit einem Knurren und Fauchen unterstrichen. Der bedrohte und verängstigte Hund oder Wolf setzt dagegen ein grundverschiedenes Gesicht auf. Das Maul bleibt geschlossen, er legt die Ohren an und heult. Ein sehr häufiger Gesichtsausdruck des Alpha-Wolfs ist der Starrblick. Der Starrblick dient dem Alpha-Wolf zur Kontrolle der unteren Ränge. Ein Alpha-Wolf braucht einen Wolf unteren Ranges bloß mahnend anstarren; der andere Wolf wird sich sogleich geduckt davonschleichen. Wolf und Hund kommunizieren auch durch bestimmte Körper- und Schwanzstellungen. Ein drohender Wolf zum Beispiel knurrt nicht nur und bleckt seine Zähne. Er versteift auch seine Schultern, stellt seinen Schwanz hoch und bläht sich regelrecht auf um größer zu wirken. Umgekehrt verzieht der bedrohte Wolf sein Maul zu einem defensiven Grinsen, duckt sich, zieht seinen Schwanz ein und kauert sich auf dem Boden, um kleiner zu erscheinen.

Lauteäußerungen der Wölfe


Das Heulen -

Wenn mehrere Wölfe heulen, harmonisieren sie den Klang, so dass der Eindruck erweckt wird, als ob viel mehr Wölfe am Geheul teilnehmen, wie es wirklich sind. Wölfe können auch im Sitzen oder im Liegen heulen. Offensichtlich dient das Wolfsgeheul dem Rudel, vor allem vor und nach der Jagd, als Rufzeichen, sich zu versammeln. Ferner wird es im Umfeld der Höhle als Alarmzeichen benutzt, außerdem als Signal in einem Schneesturm und während des Aufenthalts in Fremdgebieten oder einfach als Kontaktruf über größere Entfernungen. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Wölfe den Mond anheulen oder bei Vollmond mehr heulen als sonst. Das Heulen dient verschiedenen Zwecken. Häufig scheinen Wölfe aber auch nur aus Spaß an der Sache zu heulen. Besonders vor und nach der Jagd. Offensichtlich dient das Heulen auch dem Zusammenhalt des Rudels und der akustischen Reviermarkierung um anderen Wölfen mitzuteilen: Halt! Hier ist unser Revier!

(Auch unsere Hunde, die ja vom Wolf abstammen, können lange und ausdauernd Heulen. In meiner Nachbarschaft wurde vor einigen Jahren ein Schäferhund gehalten. Alleine im Zwinger, vernachlässigt und einsam fing er jedes Mal, wenn die Feuerwehrsirenen losheulten, an zu Antworten. Oft noch 10 Minuten nach dem Verstummen der Sirenen heulte das arme Tier weiter und wartete verzweifelt auf eine Antwort des Rudels ).

- Das Wuffen -

Das (einsilbige) Wuffen ist ein Warnlaut. Es lenkt die Aufmerksamkeit des ganzen Rudels auf eine mögliche Gefahr und führt, je nach Situation, zur Flucht der Welpen oder gar des ganzen Rudels. Bei geringer Intensität geht dem Wuffen häufig ein Laut voraus, der durch ruckartiges Ausblasen von Luft durch die Nasenlöcher entsteht. Bei höherer Intensität kann das Wuffen auch mehrsilbig zu einem ersten Ansatz von Bellen werden. Es ist ein Laut größter Erregung. Vermutlich dient das Bellen der Ablenkung und der Warnung vor einem Feind. Auch aggressive Kämpfe im Rudel lösen bei Rudelmitgliedern, die sich nicht direkt am Kampf beteiligen, manchmal aufgeregtes Bellen aus.

- Das Winseln -

Das Winseln ist eine sehr variable Lautäußerung, die Töne sind meist recht leise und hell. Sie bringen Unruhe, Unzufriedenheit oder leichte Erregung zum Ausdruck. Aber auch bei Aufforderungen, etwa im sexuellen Bereich sind sie zu vernehmen. In der Vorranz winselt die Wölfin bei der Aufforderung der Rüden. In der Hochranz ist es dann der Rüde der winselt, wenn er vom Weibchen etwas will. Welpen winseln, wenn sie frieren, hungrig oder allein sind, ältere Wölfe, wenn sie zu den Welpen gehen, um sie aus der Höhle oder um sie aus einem Versteck hervorzulocken, oder wenn sie ihnen Futter vorlegen wollen. Die älteren Wölfe winseln in einer Vielzahl sozialer Situationen; es ist bei weitem die häufigste Lautäußerung überhaupt. Vorallem sind es die jüngeren und rangniedrigeren Wölfe, die bei Einzelbegegnungen mit Älteren und Ranghöheren, aber auch bei den für die Wölfe so typischen Gruppenzeremonien aufgeregt winseln. Sie winseln auch bei allen Formen der Aufforderung, etwa wenn sie einen anderen Wolf zum Aufstehen zu bringen suchen.

- Das Knurren -

Das ist häufig bei der Futteraufnahme und den dabei vorkommenden Streitereien zu hören. Es dient der Selbstbehauptung innerhalb der Gemeinschaft, und ist, wie das Bellen, eine Drohgebärde. Es wird aber eher von den spielenden Welpen gebraucht. Sie knurren, wenn sie an der Halskrause eines liegenden Wolfs zerren, und versuchen sogar manchmal, mit ihrem Knurren einem erwachsenen Wolf das Fressen streitig zu machen. Eine besondere Art des Knurrens fängt mit einem hohen Jaulen an und endet meist mit einem Sprung nach vorn. Es wird eingesetzt, wenn ein Wolf nach einem anderen schnappt. Verhaltenswissenschaftler haben vor allem das Jaulen und die gemeinschaftlichen Winseltöne der Wölfe als interessante Forschungsgebiete entdeckt. Bei ihrer Forschungsarbeit stellten sie fest, dass diese Laute von den Wölfen eingesetzt werden, um Vertrautheit und Intimität auszudrücken, zum Beispiel beim Grüßen, Füttern, Spielen oder in ähnlichen Situationen.

Körpersprache


-Rutenstellung-

1.Vertrauen
2.Drohung mit Selbstvertrauen
3.Selbstsichere Haltung (Alphawölfe)
4.Normale Haltung
5.Drohend, aber unsicher
6.Normale Haltung, z.B. bei der Nahrungsaufnahme 7.Entmutigung
8.Drohung, Verteidigungsbereitschaft
9.Aktive Unterwerfung, Schweifwedelnd
10.Totale Unterwerfung (Omegawölfe)

Porträt: ,,Wolfsmensch Werner Freund'': Werner Freund kennt Wölfe wie kein anderer: Er heult, spielt und rauft mit ihnen. Er zog Welpen auf und schlüpfte in die Rolle der Wolfseltern. Seit rund 30 Jahren lebt Freund zusammen mit Wölfen im Wolfspark Merzig im Saarland.
Das etwa 4,5 Hektar große, bewaldete Areal ist die Heimat ist die Heimat von 21 europäischen, nordamerikanischen, arktischen und indischen Wölfen. Der Wolfsforscher bekam die Welpen im alter von acht Tagen aus Zoos und verbrachte Tag und Nacht mit ihnen, um eine möglichst feste Bindung aufzubauen. Indem er Laute einer ,,echten'' Wolfsmutter nachahmte, prägte er die jungen Wölfe auf seine Stimme und seine Person.

Seine Wölfe haben in als ,,Oberwolf'' anerkannt. Eine Position, die es in der natürlichen Hierachie eines Wolfsrudels nicht. Als Oberwolf steht Freund in der Rangordnung seiner Rudel noch über dem Alphawolf, der jedoch der eigentliche Boss im Rudel bleibt.
Die wichtigsten Kommunikationsmittel unter Wölfen sind Körpersprache und Verhalten. Freund hat sie von seinen Tieren gelernt. Er wurde von Wölfen domestiziert, nicht umgekehrt. Deswegen muss er sich auch an die Gesetze des Rudels halten. Mit rangniedrigeren Tieren etwa darf er sich nur abgeben, wenn es der Alphawolf zulässt. Sonst läuft er Gefahr seine Stellung als Oberwolf zu verlieren und sogar Angegriffen zu werden. Auch bei der Fütterung verhält sich Werner Freund wie ein Wolf: Als Oberwolf darf er das Fleisch nicht einfach an die Tiere verteilen. Gemeinsam kämpft er mit ihnen um die ,,Beute'', reißt an ihr, als wäre er einer der hungrigen Vierbeiner.

Noch nie ist ein Mensch den Wölfen so nahe gekommen wie Werner Freund. Mit Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen hat er das Leben im Wolfsrudel erforscht.

 

   Die schwarze Mamba (Dendroaspis polylepis)
 


Merkmale: Sehr große, auffallend schlanke Giftnatter mit langem, leicht vom Hals abgesetztem Kopf. Das braune Auge hat eine runde, schwarze Pupille. Die weit vorn stehenden oberen Giftzähne so wie die vorderen Zähne im Unterkiefer sind auffällig lang. Der geschmeidig wirkende Körper trägt eine glatte Beschuppung. Die Schwarze Mamba ist nicht schwarz, sondern bräunlich, bleigrau, dunkelgrau, bräunlicholiv oder auch schwarzbraun gefärbt. Einzelne Schuppen können schwarze Flecken haben, und der hintere Kopfteil kann dunkle Streifen aufweisen. Die Bauchbefärbung ist weißlich-grau oder blaß-gelblich mit dunklen Sprenkeln. Junge Schwarze Mambas sind grünlich-grau bis olivgrün. Diese Schlange wird in der Regel 3m lang, manchmal erreicht sie auch eine Länge von 4m. Familie Giftnattern (Elapidae) .

Verbreitung: Von Somalia, Äthiopien über Ostafrika bis Südafrika, westlich von Namibia.

Lebensraum: Trockende Buschsavannen, offene, vegetationsreiche Gebiete.

Lebensweise: Die Schwarze Mamba ist überwiegend am Tage und in der Dämmerung rege. Auf der Suche nach Nahrung streift sie recht weit umher, erklettert dann Sträucher und Bäume und durchstöbert unterirdische Klüfte und Höhlen. Sie ernährt sich von relativ kleinen Säugern und Vögeln. Mambas können sich am Erdboden, im Buschwerk und im Geäst von Bäumen erstaunlich schnell fortbewegen. Da sie recht verstreut leben, streifen die Männchen in der Paarungszeit, auf der Suche nach einem Weibchen, weit umher. Die Paarung kann bis 20 Stunden dauern. Etwa vier Monate danach zieht das Weibchen in ein unterirdisches, mäßig feuchtes Versteck zurück und legt dort 6 - 14 weiße, weichschalige Eier, die etwa 70 mal 3mm groß sind. Die nach 4 - 5 Monaten schlüpfenden jungen Mambas sind anfangs 40 - 60 cm lang. Die Schwarze Mamba gilt als äußerst Angriffslustig und äußerst gefährlich. Wahr ist, das sie eine vorsichtige und äußerst scheue Schlange ist, die sich unauffällig zurück zieht wenn sie sich gestört fühlt. Sie kann aber auch sofort und wiederholt zubeißen, wenn sie erschreckt oder angegriffen wird. Wenn sie zubeisst, erfolgt ihr Angriff blitzschnell, äußerst zielsicher und wirkungsvoll.
Kommt nach dem Biss der Schwarzen Mamba das entsprechende Serum nicht sofort und in genügender Menge zu Einsatz, kann ein erwachsender Mensch innerhalb von 20 Minuten sterben. Über die natürlichen Feinde der Schlange ist nicht viel bekannt. In Südafrika wo diese Schlange ab und zu Rinder, durch einen Biss in den Kopf tötet, wird sie vom Menschen verfolgt. Dazu gehört doch keinesfalls besonderer Mut!! Gegen ein Gewehr (mit Schrotladung) hat auch die stark giftige Schlange keine Chance.

 

   Der Puma (Felis concolor)
 


Merkmale: Groß gebaute Katze mit Verhältnismäßig kleinem Kopf. Körperlänge 86 - 154 cm, dazu ein 63 - 96 cm langer, dünner Schwanz. Während die neugeborenen Pumas gefleckt sind, bleibt das Fell der heranwachsenden und alten einfarbig sandbraun, graubraun bis rötlichbraun. Die hellen Farbtypen kommen in trockenen , offenen Lebensräumen vor, die rötlich-braunen in feucht-tropischen Bereich. Das Gewicht der Pumas schwankt knapp zwischen 30 kg bei kleinen Weibchen und bis zu 120 kg bei starken Männchen. Die Geschlechter unterscheiden sich stets in der Körpergröße, nicht in der Färbung des Fells oder in der wenig ausgeprägten Zeichnung am Kopf. Sie umfasst eine weißliche Aufhellung an der Schnauze und schwarze Ansatzbereiche der kräftigen Schnurrhaare. Die Körperunterseite ist viel heller als die Rückseite gefärbt und nicht selten weißlich. Der Schwanz wird zur Spitze hin meist dunkler. Der Puma kann allein wegen seiner Größe mit keiner der amerikanischen Katzen verwechselt werden. In der Körperform kommt ihm die viel kleinere Jaguarundi am nächsten. Im spanischsprachigen Mittel- und Südamerika wird der Puma häufig ,,Löwe (Leon)'' genannt. Mit Löwen oder anderen Großkatzen ist er jedoch nicht näher verwandt. Familie Katzen (Felidae)

Verbreitung: Von allen Katzenarten hat der Puma die weiteste Verbreitung. Ursprünglich kam er über Südamerika und die mittelamerikanische Landbrücke bis in die Bergwelt von Kanada. Intensive Verfolgung verminderte sein Vorkommen vielerorts und löschte die Art in weiten Bereichen gänzlich aus. Gegenwärtig befinden sich die Schwerpunkte des Vorkommens in den Anden, im nördlichen Teil des Gran Chaco, in offeneren Randbereichen des amazonischen Regenwaldes und in unzugänglichen Regionen Mexicos. Die große Anpassungsfähigkeit des Pumas drückt sich in der Wahl der unterschiedlichen Lebensräume, zumeist fernab von menschlicher Besiedlung, aus.

Lebensraum: Von Hochlagen der Anden und den Kälteregionen Patagoniens reicht der Lebensraum der Pumas bis in das Zentrum der Tropenzone in Amazonien, und darüber hinaus bis in die halbwüsten von Mexico und weiter bis in den Norden von Nordamerika. Keine Katzenart nutzt so eine große Bandbreite von Lebensräumen wie der Puma.

Lebensweise: Einzelgängerisch streift der Puma tagsüber oder nachts durch sein oft mehrere hundert Quadratkilometer großes Revier. Meist bewegt er sich am Boden, obwohl er gut klettern und besonders gut springen kann. Ein starker Puma ist in der Lage aus dem Stand heraus 8m hoch zu springen. Deswegen kommt er auch im unzugänglichen Felsgebiet zurecht, wohin ihm weder Jäger noch Hunde folgen können, die den Puma sonst sehr schnell dazu bewegen auf einen Baum zu klettern. Dort sitzt er in der Falle und wird abgeschossen. Die Verfolgung wird Teilweise damit begründet das der Puma erhebliche Schäden am Weidevieh verursachen. Tatsächlich schlagen Puma's Jungrinder, aber vor allem deswegen weil auf den Viehweidegebieten kaum noch größere Tiere, wie Hirsche und Pakas vorkommen. Das Nahrungsspektrum ist sehr weit. Er jagt große und kräftige Arten, wie Weißwedelhirsche oder Pekaris und auch kleine Beute, wie Agutis, Schlangen und Mäuse oder Ratten. Anders als der schwerere, plumpere Jaguar verfolgt der Puma seine Beute auch ein Stück, wenn es ihm nicht gelingt beim ersten Sprung sicher zu packen. Der lange Schwanz dient bei der Verfolgung wendiger Beutetiere wie ein Steuerruder oder ein Lenkrad. Das Töten großer, wehrhafter Tiere fällt dem Puma schwerer als dem Jaguar, weil er mit seinem kleinen Kopf und den schwächeren Eckzähnen keinen so starken Tötungsbiss ansetzen.
Menschen greifen Pumas so gut wie nie an, aber gelegentlich folgen sie in abgelegenen Gegenden einzelnen Menschen mit großem Abstand; vielleicht nur aus Neugier.
Vor allem Die Männchen markieren ihr Wohn - und Streifgebiet mit Kratzmarken an Bäumen und mit zusammen gescharrten Blättern auf ihren Pfaden. Die Reviere von Männchen und Weibchen überlagern sich, wobei das eines starken Männchens mehrere Weibchenterretorien einschließen kann. Doch abgesehen von der Paarungszeit gehen sich Pumas aus dem Weg. Die Weibchen bringen nach der Tragezeit von96 - Tagen 2- 4 Junge zur Welt, die bei der Geburt knapp 500g wiegen. Sie sind stark gefleckt. Die art ist in Mittel- und Südamerika stark gefährdet und nirgends mehr häufig. Ähnlich wie beim Jaguar gelang es bislang nicht, ausreichend große und entsprechend Nahrungsreiche Schutzgebiete für Pumas zu schaffen.

 

   Der Bambusbär/Großer Panda/ Riesenpanda (Ailuropoda melanoleuca)
 


Merkmale: Kopf-Rumpf ca. 150 cm, Schwanz 12 cm. Gewicht 75 - 160 kg. Das Fell ist dicht und wollig. Augenflecken, Ohren, Beine und der einzelne Schulterstreifen schwarz, manchmal mit einem Sprung ins braune. Das Aussehen ist bärenartig, auffällig gefärbt und mit Besonderheiten die mit der Ernährung zu tun haben. Der Kopf ist sehr kräftig, hervorhebend ist die starke Kaumuskulatur. An den Vorderpfoten als sechster Finger ein ,,Pseudodaumen'' (verlängerter Mittelhandknochen), der das ergreifen von Pflanzenstängeln erleichtert. Gehört zu der Familie der Bambusbären (Ailuropodidae) .


Verbreitung: In den Provinzen Kansu, Shensi und Szechwan in Zentralchina.


Lebensraum: Bergwälder mit dichtem Bambusbestand in 2700 - 2900 m, im Winter mit 800 m.


Lebensweise: Der Bambusbär hält keinen Winterschlaf, sondern er zieht im Winter in tiefer gelegene Gebiete. Er unterhält keine feste Zuflucht, sondern sucht vorüber gehenden Schutz in hohlen Bäumen, Felsspalten oder Höhlen. Überwiegend hält er sich am Boden auf, aber er kann auch gut auf Bäume klettern. Seine Hauptakitvitätsphase liegt in der Dämmerung und während er Nacht, aber auch tagsüber ist er zugange. Der Bambusbär bewegt sich pro Tag etwa 600m weit fort. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Bambusschößlingen und Bambuswurzeln. Da er den Verdauungstrakt eines Fleischfressers besitzt, kann er seiner Bambusnahrung nur sehr wenig Nährstoffe entziehen (enstprechend viel muss er fressen). Täglich verbringt er 12- 16 Stunden mit der Nahrungsaufnahme. Dabei sitzt er auf seinem Hinterteil und hat die Vorderpfoten frei, um den Bambus festzuhalten, wobei im sein ,,Pseudodaumen'' hilft. Die durchschnittliche Bambusration am Tag beträgt 15 kg, bei Sprossen kommt er allerdings auf das dreifache. Gelegentlich jagt er Hasen und andere kleine Säugetiere sowie Fische. Männliche Bambusbären haben überlappende Reviere ohne erkennbares Zentrum. Sie wechseln den Aufenthaltsort innerhalb ihres Revieres ständig und zeigen daher keinerlei terretoriales Verhalten. Weibliche Bambusbären haben ebenfall überlappende Reviere. Sie halten sich jedoch im Zentrum des Reviers auf und tolerieren keine anderen Weibchen. Männliche Tiere und Jungtiere haben dagegen freien Zugang. Obwohl Bambusbären ihr Revier mit Artgenossen teilen, sind sie Einzelgänger. Das bedeutet jedoch nicht, das jedes Tier völlig isoliert lebt.

Sie markieren ihren Weg mit Urin und Analsekreten, kratzen an Baumstämmen und reiben sich an Gegenständen. Durch solche Botschaften sind alle Bambusbären in der Region über kommen und gehen ihrer Artgenossen informiert. Sie kommunizieren auch durch verschiedene Laute mit einander (z.B. Blöken, Schreien, Quieken, Brummen, Bellen und Fiepen). Die Männchen versuchen nur in der Paarungszeit Kontakt mit den Weibchen zu bekommen. Paarungen finden zwischen März und Mai statt. Meist bekommen die Weibchen ihre 1- 2 Jungen im August oder im September in einer Höhle oder in einem holen Baum. In seltenen fällen kommen auch Drillinge zur Welt. Neugeborene Bambusbären sind spärlich Behaart, haben einen auffällig langen Schwanz und sind mit 90- 130g erstaunlich leicht. Mit einem Monat haben sie die Farbe der Erwachsenen, mit 40- 60 Tagen öffnen sie die Augen. Im Alter zwischen 3 und 4 Monaten beginnt das junge herumzulaufen., und mit 5- 6 Monaten beginnt es Bambus zu fressen. Bis zum Alter von neun Monaten wird es gesäugt. , und mit 18 Monaten verlässt es seine Mutter. Geschlechtsreif wird es dann mit 5- 6 Jahren. Insgesamt ist die Fortpflanzungsrate des Bambusbären recht niedrig. Seit dem Pleistozän verringerte sich sein Verbreitungsgebiet ständig, zunächst wegen der Klimaveränderung und später wegen der Ausbreitung des Menschen. In den letzten 2000 Jahren verschwand die Art aus Honan, Hupeh, Hunan, Kweichow und Yunnan. Bambusbären sind durch ihre eigenwillige, hochspezialisierte Diät in größeren Zeitabständen regelmäßig von einer schweren Hungersnot bedroht: Bambus vermehrt sich nämlich die meiste Zeit ungeschlechtlich durch Austriebe aus unterirdischen Wurzelknollen; es kommt aber in längeren Zeitabständen, die von der Bambusart abhängen und bis zu 40 Jahre betragen können, zu einer Blüte, also zu einer geschlechtlichen Vermehrung, die dann in der Region gleichzeitig stattfindet. Während der Bambus nach der Blüte Samen ausbildet stirbt sein Blattwerk vollständig ab, und die Bambusbären finden nicht mehr ausreichend Futter. Einst konnten sie in solch einer Situation auf andere, gerade nicht blühende Bambusarten in Nachbarregionen ausweichen., aber durch die Ackerbauern wurde die Vielfalt des Bambus zerstört. In manchen Regionen hängt das Überleben des Bambusbären von einer einzigen Bambusart ab. Bei einer Blüte, wenn sie in den siebziger und achtziger Jahren stattfand, starben jeweils 100 Tiere aus einem Wildbestand, der kaum 1000 Exemplare umfasst. Trotz intensiver Schutzmaßnamen scheinen die Tage dieser erstaunlichen Bären, zumindest in freier Wildbahn, gezählt, zumal die Vermehrung in Zoos kaum gelingt.

 

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