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08.04.2007
   Riesenfasern der Invertebraten
 


Die Axone von Invertebratenneuronen sind in der Regel nicht myelinisiert. Sie besitzen deswegen nicht die bei Wirbeltieraxonen verbreitete schnelle Signalfortleitung durch saltatorische Erregungsausbreitung.
Die axonalen Leitungsgeschwindigkeiten bei wirbellosen Tieren sind gering (0,05–16 m/s). Eine Ausnahme bilden lediglich Riesenfasern, wegen ihrer größeren Durchmesser Aktionspotentiale schnell leiten (7–45 m/s). Man findet sie vorwiegend als Interneurone in neuronalen Schaltkreisen, bei denen es auf schnelle Signalfortleitung, kurze Latenzen und synchrone Aktivierung von Motoneuronen in Ganglien mehrerer Körpersegmente ankommt (z.B. Rückzugsreflexe oder Fluchtbewegungen).

Riesenfasern verlaufen häufig unverzweigt über die gesamte Länge der Bauchganglienkette eines Tieres. Die Bezeichnung Riesenfaser ist allerdings häufig relativ und wird (so bei einigen Medusen, Insekten und auch Krebsen) auf Fasern angewandt, die zwar deutlich größere Durchmesser als andere Axone besitzen, aber bei weitem nicht die Durchmesser echter Riesenfasern aufweisen, wie sie z.B. bei Anneliden oder Cephalopoden existieren. Echte Riesenfasern erreichen bei Anneliden Durchmesser bis 200 Mikrometer, beim Meereswurm Myxicola sogar 1,7 Millimeter. Die bekanntesten Riesenaxone finden sich bei einigen Cephalopoden (Kalmare, s.u.).

Die Bauchganglienkette der Regenwürmer wird in ganzer Länge von drei Riesenfasern (einer medianen, zwei lateralen) mit Durchmessern von 30–75 Mikrometer und Leitungsgeschwindigkeiten von 15–45 m/s durchzogen. In jedem Ganglion bauen jeweils drei Neurone die segmentalen Teilstücke der drei Riesenfasern.
Die Teilstücke werden „portionsweise“zu drei langen Leitungskabeln zusammengeschlossen.
An den Segmentgrenzen können Septen die Riesenfasern queren. Sie stellen keine nennenswerten elektrischen Widerstände oder Gleichrichter für die Impulsausbreitung dar, weil sie niederohmige Kopplungstellen besitzen, welche die einzelnen Axonabschnitte funktionell verbinden.

Es ist wahrscheinlich, daß die Poren in der die Riesenfasern umgebenden Hülle als Äquivalent für die Ranvier-Knoten myelinisierter Fasern von Wirbeltieren angesehen werden können und eine Art saltatorischer schneller Erregungsleitung ermöglichen.
Die Riesenfasern bewirken das schnelle reflektorische Zusammenziehen des Wurmes auf plötzliche mechanische Reize hin. Dabei verkürzen sich die Längsmuskeln benachbarter Körpersegmente synchron.
Die mediane Riesenfaser besitzt eine geringere Schwelle für sensorische Eingänge aus dem Vorderende des Wurmes und vermittelt vorzugsweise Zurückziehen der Kopfregion. Die beiden lateralen Fasern sprechen auf Reize am Hinterende an und bewirken dessen Verkürzung. Starke mechanische Reize aktivieren alle drei Fasern und führen zu einem Zusammenschnurren des Wurmes.

Rückstoßschwimmen beim Kalmar wird reflektorisch durch Riesenaxone ausgelöst; in natürlichen Verhaltenssituationen läuft dieser Reflex jedoch modifiziert ab.

Einige Cephalopoden können durch synchrone Kontraktion der Mantelmuskulatur den Wasserinhalt der Mantelhöhle durch den trichterförmigen Fuß (Siphon) unter großem Druck ausstoßen. Dies läßt das Tier je nach Stellung des Trichters schnell vorwärts (z.B. beim Beutegreifen) oder rückwärts schießen (Flucht). Dabei sind Riesenaxone, die bis zu 0,8 mm dick sein können, beteiligt. Sie entspringen im Stellarganglion und innervieren über die Stellarnerven einen Großteil der Mantelmuskulatur.
Die großen Durchmesser befähigen sie zu schneller Signalleitung (bis 25 m/s). Jedes Riesenaxon entsteht aus der Verschmelzung von 300–1500 dünnen Axonen. Der Eingang auf die Riesenaxone erfolgt über drei Stationen (Abb. 7-12a): Signale von den Augen konvergieren auf ein Paar elektrisch gekoppelter großer Interneurone im Zerebralganglion (Riesenneurone 1. Ordnung), die mit paarigen Riesenneuronen 2. Ordnung verschaltet sind. Diese ziehen zu dem Stellarganglion auf jeder Körperseite und verzweigen sich dort fingerförmig, um mit jedem der sieben bis acht ipsilateralen Riesenaxone 3. Ordnung jeweils eine große glutamaterge Synapse
zu bilden (Riesensynapse). Über diese drei Schaltstationen existiert ein sehr schneller Leitungsweg vom Gehirn zum Effektor, der Mantelmuskulatur.

 
Quelle: http://naxos.bsz-bw.de/rekla/show.php?mode=source&eid=uni_0_08952155-1kap
 

07.04.2007
   Der Kongopfau (Afropavo congensis)
 


Der Kongopfau (Afropavo congensis) ist eine seltene Pfauenart und der einzigste Vertreter der Gattung Afropavo

Das Männchen ist ein bis 70 cm großer Vogel. Er hat dunkelblaue Federn mit einem metallischen Grün- und Violettschimmer.
Die nackte Nackenhaut ist tiefrot gefärbt, die Füße grau. Der schwarze Schwanz mit 14 Federn und der mit langen, weißen, abstehenden Haaren gekrönte Kopf schließen das Erscheinungsbild ab.
Das Weibchen ist meistens dunkelbraun mit einem schwarzen Abdomen und einem metallisch grünen Rücken.

Beide Geschlechter ähneln vom Aussehen Jungvögeln des asiatischen Pfaus. Bis diese Art als eigene Art anerkannt wurde, wurden diese Vögel als asiatische Pfauen klassifiziert.

Der Vogel lebt endemisch (existiert nur in diesem Lebensraum) in Flachland-Regenwäldern des Kongobeckens. Er ernährt sich hauptsächlich von Früschten und Invertebraten wie Insekten und Würmern.

Das Männchen zeigt eine zu allen Pfauen ähnliche Art der Balz, indem es seinen ganzen Schwanz entfaltet. Im Gegensatz dazu entfalten andere Pfaue nur die oberen Teile der Oberschwanzdecken.
Die Männchen sind monogam, aber die polygame Lebensweise kann mangels Forschungen nicht belegt werden.

Die Art ist ein Baumbrüter, das Weibchen legt 2-4 Eier in einer Höhe von etwa 5 Fuß über dem Boden in einem Nest ab und bebrütet diese.

Bisher weiß man nur sehr wenig üebr diese seltene Art, erstmals wurde diese Art im Jahre 1936 von Dr. James Chapin anhand von zwei ausgestopften Exemplaren im kongonesischen Museum erkannt.
Der Vogel hat Charakteristika sowohl vom Pfau als auch vom Perlhuhn, er könnte ein Bindeglied zwischen diesen beiden Familien sein.

Aufgrund des andauerenden Verlustes von Lebensraum, der kleinen Populationsgröße und der Jagd auf diese wird der Kongopfau zu bedrohten Arten auf der Roten Liste gezählt. Selbst in Zoos ist dieses Tier nur selten vertreten und er ist ein Bestandteil des EEP (Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes)



Foto links: © Steven Vansteenkiste/quantum-conservation.org
Foto rechts: © Stavenn/wikipedia.de

 

06.04.2007
   Ökosystem Salzwüste
 


Salzwüsten bilden sich im Inneren weiter abflussloser Becken in semiariden Gebieten, sind jedoch im Gegensatz zu Sabkhas von Hochgebieten umgeben. Manche Autoren beziehen jedoch die Inlandsabkhas mit ein, der Begriff Sabkha wird auf die Küstensabkhas beschränkt. Ob umgeben von Hochgebieten oder nicht, spielt dann keine Rolle. Von periodischen (wiederkehrenden) oder episodischen (vereinzelt auftretenden) Zuflüssen wird feinstes Material eingeschwemmt, das beim Verdunsten des Wassers als salzreicher Ton zurückbleibt .

Die jeweils nur geringen Ablagerungen addieren sich im Laufe der Zeit zu mächtigen Schichtpaketen. Zur Regenzeit sind die Salzwüsten mit flachen Salzseen bedeckt; während der Trockenzeit bilden sich auf der ebenen Flächen Trockenrisse.

Auch diese Salzwüsten sind als funktionierendes Ökosystem ein wichtiger Lebensraum für Tiere. Beispielsweise ist dabei hier der Onager zu nennen.

So selten wie die Onager sind, so selten wurden sie bisher auch gefilmt. In einer Salzwüste in Indien, im Little Rann of Kutch, haben etwa 3.000 dieser seltsamen Tiere Zuflucht gefunden.

In Kopf und Farbe ähneln sie äußerlich den Pferden, bei Ohren und Schwanz kommt der Esel zum Vorschein. Die Onager sind Halbesel. Die Einheimischen nennen sie Khur, aber unter dem griechischen Namen "Onagros" waren sie seit dem Mittelalter in Europa bekannt und bevölkerten Gebiete bis ins türkische Hügelland.

Für kurze Zeit im Jahr beherrschen kräftige Hengste die Stutengruppen und kämpfen erbittert gegen jeden Konkurrenten. Etwa 11 Monate später werden die hochbeinigen Fohlen geboren.

Wie von magischer Kraft gelenkt durchziehen die Onager eine steinhart getrocknete Ebene und streben zielstrebig höher gelegenen Gebieten zu, bevor der Monsun das Sandmeer in ein Wassermeer verwandelt. Selbst die Menschen richten sich nach den Halbeseln. Beginnen diese zu wandern, verlassen auch die Salzbauern das glutheiße Gebiet, wo sie mühsam das weiße Gold gewinnen. Man glaubt, die Onager wissen, wann ein Wechsel der Jahreszeiten bevorsteht.

Niemals gelang es, die Onager wie Pferde zu reiten oder als Arbeitstiere zu nutzen.

 

05.04.2007
   Seltene Pflanzen - Wollemia nobilis
 


Die Wollemie (Wollemia nobilis) ist eine erst 1994 in Australien entdeckte Nadelbaumart aus der Familie der Araukariengewächse (Araucariaceae). Sie war vorher nur von viele Millionen Jahre alten Fossilien bekannt und galt daher als ausgestorben.

Die Vorfahren der außergewöhnlichen Pflanze Wollemia nobilis gehören der Familie der Araukarien an, die ausschließlich in der südlichen Hemisphäre vorkommen. Vor 90 bis 200 Millionen Jahren, also zur Kreide- und Jurazeit im Erdmittelalter, war die Pflanze auf dem südlichen Urkontinent Gondwana weit verbreitet. Als vor etwa 65 Millionen Jahren die Dinosaurier auf der Erde ausstarben, sank auch der Bestand der Vorfahren der Wollemia nobilis stark. Lediglich verschiedene Funde in Form von Fossilien und fossilen Pollensporen waren uns aus dieser Zeit bekannt.

Im September 1994 wurden jedoch etwa 250 km westlich der australischen Stadt Sydney im Wollemi-Nationalpark von David Noble 23 Bäume und einige Jungpflanzen entdeckt. Sie waren versteckt in den abgeschiedenen und schwer zugänglichen Canyons der Blue Mountains. In dieser geschützten Umgebung konnte die Wollemie als lebendes Fossil bis heute überleben. Sie gilt als sehr bedrohte Pflanzenart und pflanzt sich im Moment nur klonal fort. Nach Erbgutuntersuchungen der australischen Exemplare wurde festgestellt, dass sämtliche bisher bekannten Wollemien einen Klon bilden, also identisches Erbgut besitzen. Zur Zeit sind drei Populationen mit insgesamt nur etwa 100 Bäumen bekannt Vorsorglich wurden DNA-Proben genommen. Man befürchtet ein, zum Beispiel von Touristen eingeschleppter Pilz könnte die gesamte Population auslöschen. Um dies zu verhindern, wird der genaue Standort der Bäume bis heute geheim gehalten.


Foto: © biologie.uni-ulm.de

 

04.04.2007
   Das Lebewesen mit den wenigsten Chromosomen...
 


...ist der Pferdespulwurm (Ascaris megalocephala univalens)mit zwei Chromosomen pro Körperzelle. Der Mensch hat 46 Chromosomen, der Koboldmaki 80, der Hund 78, eine Weinbergschnecke 54, ein Alligator 32, das einzellige Augentierchen (Euglena) hat sogar ca. 200 Stück.
Selbst ein Champignon hat noch 8 Chromosomen, eine Stechmücke 6. Damit ist der Pferdespulwurm das Lebewesen mit den wenigsten Chromosomen.

Chromosomen (von griechisch: χρῶμα =Chroma, „Farbe“ und σῶμα = Soma, „Körper“, also „Farbkörper“) sind Strukturen, die Gene und damit Erbinformationen enthalten. Sie bestehen aus DNA, die mit vielen Proteinen verpackt ist. Diese Mischung aus DNA und Proteinen wird auch als Chromatin bezeichnet.

Chromosomen kommen in den Zellkernen der Zellen von Eukaryoten (Lebewesen mit Zellkern) vor, zu denen alle Tiere, Pflanzen und Pilze gehören. Prokaryoten (Lebewesen ohne Zellkern), also Bakterien und Archaeen, besitzen keine Chromosomen im klassischen Sinn, sondern ein oder mehrere, meist zirkuläre DNA-Moleküle, die manchmal als „Bakterienchromosom“ bezeichnet werden, obwohl diese mit den eukaryotischen Chromosomen nicht viel gemein haben. Fast alle Gene der Eukaryoten liegen auf den Chromosomen. Einige wenige liegen auf DNA in den Mitochondrien und bei Pflanzen auch in den Chloroplasten. In den Mitochondrien und Chloroplasten der Eukaryoten ist die DNA ebenfalls ringförmig, ähnlich dem Bakterienchromosom.

Die X-ähnliche Form der Chromosomen, die in den meisten Darstellungen vorherrscht, tritt nur in einem kurzen Abschnitt während der Zellkernteilung (Mitose) auf, nämlich in der Metaphase. In diesem kondensierten Zustand sind die Chromosomen im Lichtmikroskop ohne besondere Anfärbung erkennbar. Zwischen Kernteilungen, in der Interphase, existieren Chromosomen im Zellkern in einem „entspannten“, dekondensierten Zustand, in dem sie nur durch die Anwendung einer speziellen Nachweistechnik (Fluoreszenz in situ Hybridisierung) als getrennte Einheiten nachweisbar sind. Nur in diesem dekondensierten Zustand kann die DNA abgelesen und dupliziert werden. In der Interphase nimmt jedes Chromosom im Zellkern einen abgegrenzten Bereich ein, ein Chromosomenterritorium.

Als Mitose (zu griechisch μίτος = Faden) (auch Karyokinese) bezeichnet man den Vorgang der Zellkernteilung bei Zellen eines eukaryotischen Lebewesens. Sie ist ein Bestandteil des Zellzyklus und folgt der Replikation der DNA in der Interphase. Im Anschluss an diese Kernteilung erfolgt die Zytokinese, in der der Zellleib durchschnürt wird, so dass aus einer Zelle zwei Tochterzellen entstehen. Mitose und Zytokinese werden in der sogenannten M-Phase (Mitose-Phase) zusammengefasst und stellen zusammen die Zellteilung dar.

Im Unterschied zur Meiose ändert sich der Ploidiegrad einer Zelle durch eine Mitose nicht, mit anderen Worten, sie behält ihren ursprünglichen Chromosomensatz bei.

Die Mitose ermöglicht, dass beide Tochterzellen die gleiche Anzahl an Chromosomen und damit die gleiche Erbinformation erhalten. Um das Erbgut der Mutterzelle auf zwei Tochterzellen zu verteilen, werden die Chromosomen in der Interphase, einem weiteren Bestandteil des Zellzyklus, verdoppelt. In ihr entstehen aus den Ein-Chromatid-Chromosomen durch Replikation der DNA Zwei-Chromatiden-Chromosomen. Die Mitose wird durch sogenannte Mitogene ausgelöst.

Bei einzelligen Eukaryonten (Protisten) ist die Mitose zusammen mit der Zytokinese Grundlage der Vermehrung. Bei vielen Protisten verläuft die Mitose wie bei den mehrzelligen Eukaryonten als "offene Mitose", d. h. die Kernhülle wird vorübergehend aufgelöst. Eine Ausnahme bilden die Dinoflagellaten, bei denen eine geschlossene Mitose, ohne Auflösung der Kernmembran stattfindet. Bei mehrzelligen Eukaryonten ist die Mitose die Voraussetzung für die Bildung eines neuen Zellkerns und somit üblicherweise für die Bildung neuer Zellen. Einige Ausnahmen von dieser Regel sind im Artikel über Zellkerne beschrieben. In mehrzelligen Organismen wie den Menschen findet die Zellteilung nicht mehr bei allen Zellen statt. So vermehren sich die Nervenzellen und Muskelzellen nach abgeschlossener Differenzierung nicht mehr. Hier verbleibt die Zelle in der sogenannten G0-Phase, so dass die DNA gar nicht erst repliziert wird. Die roten Blutkörperchen können sich nicht mehr teilen, da ihr Zellkern fehlt und damit keine Mitose eingeleitet werden kann. Epidermalzellen hingegen vermehren sich wesentlich häufiger als der Durchschnitt.

Eine Mitose dauert bei menschlichen Zellen in der Regel etwa eine Stunde (im Vergleich dauert die Interphase von sich fortlaufend teilenden Zellen insgesamt durchschnittlich 24 Stunden). Bei Fliegen ist die Mitose teilweise nur 8 Minuten lang.

Eine Sonderform der Kernteilung vollziehen die Keimzellen: Sie entstehen durch eine in zwei Teilungsschritten ablaufende Teilung, die man Meiose oder Reifeteilung nennt und bei der aus einer diploiden Ausgangszelle vier haploide Zellen entstehen. Hier finden zwei Teilungsschritte statt, wobei die zweite Teilung ziemlich genau dem einer normalen Mitose entspricht.

Auf den Bildern sieht man nun die unterschiedlichen Stadien der Mitose eines solchen Tiers. Deutlich erkennbar ist, dass wirklich nur 2 Chromosomen vorhanden sind.

Dieser Umstand macht Ascaris megalocephala univalens zu einem Paradeobjekt in der Genetikforschung. Denn dadurch lassen sich einzelne markierte Genregionen auf den Chromosomen besonders gut erkennen.

In der Mitose wird das verdoppelte Genom verteilt, besteht aus Prophase, Metaphase, Anaphase und Telophase.

In der Prophase kondensieren die Chromosomen soweit, bis sie nur noch an den Centromeren verbunden sind, Mikrotubuli fangen an sich auszurichten und bilden eine Präprophasespindel, Kernhülle degeneriert am Ende.

In der Metaphase ist der Spindelapparat fertig, der aus Spindelfasern besteht, die das Präprophaseband ersetzen. Paralell zum Kernhüllenzerfall nehmen die Mikrotubuli Kontakt mit den Kinetochoren (Proteine, an den Centromeren entstanden) auf, Tauziehen um die Chromosomen endet, wenn alle in der Äquatorialebene sind.

In der Anaphase wandern die Tochterchromosomen an die entgegengesetzten Enden durch Verkürzung der Kinetochor-Mikrotubuli. Dynein bewegt als Motorprotein das Kinetochor an den Mikrotubuli entlang.

In der Telophase wird die Kernhülle aus Membranresten neu gebildet, die Chromosomen breiten sich wieder aus, neue Nucleolen bilden sich.

 

02.04.2007
   Der Vampirtintenfisch (Vampyroteuthis infernalis)
 


Der auf der Deutschen Tiefsee-Expedition 1898-1899 entdeckte Vampirtintenfisch (Vampyroteuthis infernalis) oder Tiefseevampir ist in verschiedener Hinsicht einer der interessanteren Vertreter der Kopffüßer.

Seine Systematik ist wie folgt:

Stamm: Weichtiere (Mollusca)
Klasse: Kopffüßer (Cephalopoda)
Klasse: Tintenfische (Coleoidea)
Überordnung: Achtarmige Tintenfische (Vampyropoda)
Ordnung: Vampirtintenfischähnliche (Vampyromorpha)
Familie: Vampirtintenfische (Vampyroteuthidae)
Gattung: Vampirtintenfische (Vampyroteuthis)
Art: Vampirtintenfisch (Vampyroteuthis infernalis)


Seinen Namen, der übersetzt etwa "der Vampirtintenfisch aus der Hölle" lautet, erhielt er aufgrund der Häute, die sich zwischen seinen Armen aufspannen und ihm das Aussehen eines in einen Umhang gehüllten Vampirs geben. Offensichtlich hat Vampyroteuthis acht dieser Arme und gehört somit in die Gruppe der Achtarmigen Tintenfische. Zwischen dem ersten und zweiten Armpaar von oben gezählt befinden sich zwei fadenförmige, zu Sinnesorganen umgewandelte Gebilde (Filamente), die in zwei Taschen seines Umhangs zurückgezogen werden können. Diese werden offensichtlich zur Jagd im Dunkeln eingesetzt. In den meisten Klassifizierungen wird der Vampirtintenfisch heute als Schwesterart der anderen achtarmigen Tintenfische (Kraken und Cirrentragende Kraken) angesehen.

Der Vampirtintenfisch gehört mit seinen 10 - 13 cm zu den kleineren Vertretern der Kopffüßer. Neben dem Umhang und den Sinnestentakeln besitzt das Tier noch ein paar weitere Besonderheiten. Dazu gehören die ausgeprägten Flossen an der Hinterseite des Mantels ebenso wie die zahlreichen Leuchtorgane auf seinem gesamten Körper, die mittels Biolumineszenz Licht erzeugen. Ein Paar dieser Leuchtorgane ist durch spezielle Lider verschließbar und kann eine Wolke aus Leuchtpartikeln ausstoßen, um potentielle Feinde zu verwirren. Diese Wolke bleibt bis zu zehn Minuten bestehen und leuchtet. Die Augen des Vampirtintenfisches sind, misst man sie relativ zum Körper, die größten im Tierreich und machen mit fast zwei cm Breite fast ein Sechstel der Körperlänge aus.

Vampyroteuthis lebt in der Tiefsee etwa zwischen 600 und 1000 Metern Tiefe, nach anderen Quellen bis zu 3000 Metern. Die optimale Wassertemperatur ist für ihre Verbreitung wichtig und sollte zwischen 2 und 6 °C liegen. Zeit seines Lebens hält er sich in einem Bereich auf, der sehr wenig Sauerstoff enthält (Sauerstoffsättigung teilweise weniger als 5%). Vampyroteuthis kann hier leben, da sein Blut einen anderen Blutfarbstoff (Hämocyanin) enthält, der sehr effektiv Sauerstoff aus dem Wasser holen kann, außerdem ist die Oberfläche seiner Kiemen sehr groß.

Normalerweise lässt sich der Vampirtintenfisch von der Strömung treiben und bewegt sich kaum aktiv. Die großen Flossen und die Häute zwischen den Armen ermöglichen dieses Treiben, das dem der Quallen ähnelt. Dadurch hat das Tier eine sehr niedrige Stoffwechselrate, die niedrigste unter den Kopffüßern überhaupt. Andererseits ist Vampyroteuthis auch zu schnellen Bewegungen fähig.

 

01.04.2007
   Die Kommunikation der Fingertiere
 


Als größter nachtaktiver Primat erreicht das Fingertier eine Kopf-Rumpf-Länge von 30 bis 40 Zentimetern, der Schwanz erreicht eine Länge von 45-55 Zentimetern. Das Gewicht beträgt 2,4 bis 2,8 Kilogramm.

Im langen, struppigen und graubraunen ventralen Fell fallen etliche Granenhaare mit weißen Spitzen auf, welche dem Fingertier ein typisches, igelähnliches Aussehen geben. Gesicht und dorsales Fell sind cremeweiß oder gräulich, die Augen sind von schwarzen Fellringen umgeben. Der Schwanz ist lang und buschig. Die Fingertiere verfügen an den Fußsohlen über warzenähnliche Gebilde.

Der Kopf ist massiv und rund. Mit ihren großen, gelb-orangenen Augen und den großen ledrigen Ohren können Fingertiere gute Sinnesleistungen aufbringen, um sich in der Nacht orientieren zu können.

Auffällig und namensgebend sind die besonders langen Mittelfinger. Bei diesem Primaten ist nicht der Daumen, sondern die Großzehe mit einer dem menschlichen Fingernagel ähnlichen Kralle opponierbar und kann hierdurch besser klettern.

Fingertiere sind nachtaktive, arboreal lebende Einzelgänger, welche große Gebiete durchstreifen und sich hauptsächlich kletternd-springend fortbewegen. Tags schlafen sie in Nestern auf Bäumen, pro Nacht werden jedoch teilweise mehrere Kilometer zurückgelegt. Weibchen markieren ihre bis zu 30 Hektar großen Reviere mit Exkrementen und akustischen Signalen, die Reviere der Männchen haben teilweise die vierfache Fläche der Reviere von Weibchen. Gelegentlich sammeln sich an ergiebigen Nahrungsquellen gelegentlich mehrere Exemplare, doch ansonsten sind sie ohne einen Fortpflanzungszusammenhang gegenüber Artgenossen intolerant. Die arborealen Tiere bewegen sich vorzugsweise von Baum zu Baum fort, bei Notwendigkeit gehen die Tiere jedoch auf den Boden und überqueren eine Lücke zwischen den zu besteigenden Bäumen.

Interessant ist die Nutzungsgemeinschaft der Nester von Fingertieren: Jedes Tier baut mehrmals die Nester aus Zweigen und Blättern in 10-15 Metern Höhe, und dies auf verschiedenen Bäumen. Die herumziehenden Tiere mit sich überlappenden Revieren überlassen hierbei für die Zeit, bei der sie nicht am Nest anwesend sind, das Nest an Artgenossen. Die Nester sind kompliziert konstruiert, der Bau eines Nestes nimmt wohl 24 Stunden in Anspruch. Sie sind kugelförmig und erreichen einen Durchmesser von 60 Zentimetern, sie bestehen hauptsächlich aus Blättern des „Baumes des Reisenden“ (Ravenala madagascariensis)

Fingertiere verfügen über ein breites Arsenal akustischer Signale, um sich mit Artgenossen zu verständigen. Es werden verschiedene Rufe mit verschiedener Bedeutung unterschieden:

„Zufriedenheitruf“: Dieser Ruf wird von Einzelindividuen ausgestoßen, welche bei der Fellpflege bzw. beim Fressen sind, einer für die Tiere angenehme Handlung. Dieser Ruf könnte als hoo-hoo interpretiert werden. Jungtiere stoßen diesen Ruf auch aus, wenn sie vom Muttertier gepflegt werden. Von der Bedeutung kann man diesen Ruf mit dem Schnurren der Katze vergleichen.

„Wimmern“: Dieser Ruf besteht aus 3-4 mit der Zeit abnehmenden Frequenzen und wird bei Bedarf oft hintereinander ausgestoßen. Verwendet wird er von Jungtieren, welche einen bereits besetzten Baum erklettern und nach Artgenossen durchsuchen und von bedrängten Weibchen, welche eine Paarung abbrechen wollen.

„Vorwandsruf“: Die Akustik dieses Geräusches kann variieren, bewegt sich aber meist im Bereich eines Schreies. Er kann warnende, unterwerfende oder widersprechende Bedeutung haben.

„Gewöhnlicher Schrei“: Dieser durchdringende Ruf wird meist zur Revierabgrenzung oder vor dem Beißen in einer Konfrontation mit Artgenossen als Drohgebärde eingesetzt.

„Jungtierruf“: Dieses schrille „cree“ wird von Jungtieren angewendet, um Schmerz, Verlust, Verlust der Kommunikation mit dem Muttertier oder zum Beginnen eines Kontaktes eingesetzt. Seltener wird er eingesetzt, um einen Kontakt abzubrechen.

„Hilferuf“: Dieser Ruf wird von Jungtieren gerufen, um auszudrücken, dass ein Umstand oder eine Handlung ihnen Umstände und Probleme bereitet. Meist liegt einem Grunzen ähnlicher Ruf im niederfrequenten Bereich.

„Elterntierruf“: In der Akustik ähnelt er dem Jungtierruf und dauert ca. 2-3 Sekunden. Er wird verwendet, um den Kontakt in der Nacht zu wahren und als Antwort auf die Rufe der Jungtiere. Manchmal wird er als Warnruf verwendet.

„Milder Warnruf“: Diesen Ruf könnte man von der Akustik mit dem fiktiven Wort fuff vergleichen. Er wird bei der Warnung vor geringen Gefahren eingesetzt.

„Starker Warnruf“: Man könnte den Laut dieses Rufes mit dem Wortlaut der Buchstabenfolge rhon-tsit vergleichen. Er ist sehr laut und dient der Warnung vor großen Gefahren.

„Fluchtruf“: Dieser wie hai-hai klingender Ruf wird bei der Flucht ausgestoßen.

Fingertiere sind auch in der Lage, anhand von Pheromonen und Geruchssignalen ihrer Artgenossen Geschlecht, Alter und andere Daten des Geruchsübermittlers festzustellen. Es gibt für die Fingertiere verschiedene Möglichkeiten, über Gerüche ihren Artgenossen bestimmte Sachen mitzuteilen:


„Backenmarkierung“: Hierbei wird Substrat im Mund mit dem Speichel verischt, worauf sich eine riechende, klebrige Masse bildet, welche an Baumstämme geklebt wird. Diese Markierungen dienen hauptsächlich der Eingrenzung des Reviers.

„Genitalienmarkierung“: Bei Weibchen wird die Vulva, bei Männchen das Skrotum und bei beiden Geschlechtern das Perineum auf dem Boden oder an einem Gegenstand bei langsamen Kriechen gerieben. Die so 20-50 Zentimeter langen Markierungen werden oft in Verbindung mit der Backenmarkierung zum gleichen Zweck eingesetzt.

„Urinspur“: Fingertiere hinterlassen auf Substrat zur Reviermarkierung auch etwa 50 Zentimeter lange Urinstreifen.

Sehr viel weniger formenreich sind die haptischen Signale, am bedeutendsten ist das gegenseitige Putzen. Dieses kann bei vielen Primaten beobachtet werden, im eingeschränkten Maße auch beim Fingertier. Ab einem Jungtieralter von 11 Wochen betreiben Muttertier und Junges gemeinsame Körperpflege und reinigen sich von Parasiten. Dies stärkt die Bindungen der Tiere.

Das Drohverhalten von Fingertieren besteht aus einem schwerfälligen Gang, bei dem die Füße stark übertrieben angehoben werden. Begleitet wird diese Einleitung zum Angriff von verschiedenen Lauten.

 

29.03.2007
   Sterilität der Arbeiter bei Graumullen
 

Die Graumullkönigin verfügt entgegen einer weit verbreiteten Information über keinen Mechanismus (Verhaltensprogramm oder Pheromon), der die Fortpflanzung bei ihren Töchtern unterdrückt.

Denn die Familienmitglieder identifizieren sich nicht an einem gemeinsamen Familienduft, sondern individuell. Sie behalten diese Individualmerkmale zudem 2-3 Wochen lang im Gedächtnis, wobei nicht sicher ist, ob die Identifikation ausschließlich über den Geruch erfolgt.

Sexuelle Attraktivität wird bei Graumullen nur bei nichtverwandten gegengeschlechtliche Tieren hervorgerufen, verwandte Tiere sind nicht attraktiv.
Also kann eine neue Familie nur entstehen, falls zwei fremde (nichtverwandte) Tiere verschiedenen Geschlechts aufeinander treffen und sich fortpflanzen. Diese Schlußfolgerung muss aber noch durch weitere Experimente überprüft werden.

Graumullweibchen gebären im Jahr im Durchschnitt 6 Jungtiere, Nacktmullweibchen hingegen 60 Jungtiere. Es ist denkbar, dass in einer großen Kolonie der Individualerkennung Grenzen gesetzt sind. Aus diesem Grund ist Inzesthemmung kein geeigneter Mechanismus, der die Sterilität der Arbeiterinnen und Arbeiter bewirken könnte.

 
Quelle: Franck: Verhaltensbiologie
 

27.03.2007
   Der Kiwi
 


Die Kiwis (Apterygidae) oder Schnepfenstrauße sind flugunfähige, nachtaktive Vögel in den Wäldern Neuseelands. Die Familie gehört zur Ordnung der Laufvögel (Struthioniformes) und besteht rezent nur aus der Gattung Apteryx mit drei Arten und mehreren Unterarten. In der Ordnung der Laufvögel stellen Kiwis die mit Abstand kleinsten Vertreter dar.

Die klassische Sichtweise der externen Systematik ist, dass die nächsten Verwandten der Kiwis die Moa sein müssten. Begründet war diese Ansicht lediglich dadurch, dass diese beiden Laufvogelfamilien in Neuseeland verbreitet sind. Jedoch ist es wahrscheinlich, dass sie sich vor sehr langer Zeit voneinander getrennt haben, als Neuseeland noch ein Teil Gondwanalands war, und dass es eher ein Zufall ist, dass beide Taxa nur in Neuseeland bis ins Holozän überlebt haben.
Neue DNA-Analysen kommen zu gegenteiligen Ergebnissen. Eine Verwandtschaft der Moa mit den Kiwis ist demnach nicht gegeben. Sowohl Haddrath & Baker 2001 als auch Cooper 1997 kamen zu dem Schluss, dass die Kiwis die Schwestergruppe eines gemeinsamen Taxons von Kasuaren und Emus seien, und dass diese drei Taxa gemeinsam wiederum die Schwestergruppe der Strauße seien. Gänzlich unumstritten ist jedoch auch diese These noch nicht.

Drei Arten in einer Gattung werden zu den Kiwis gerechnet:
•Streifenkiwi, Apteryx australis
•Haastkiwi, Apteryx haastii
•Zwergkiwi, Apteryx owenii
Der Streifenkiwi wird zudem in drei Unterarten unterteilt, die neuerdings manchmal den Status eigenständiger Arten erhalten.

Kiwis sind nicht nur die kleinsten aller Laufvögel, sondern auch in ihrer Morphologie vollkommen von anderen Familien abweichend. Sie sind 35 bis 65 Zentimeter lang, bis 35 Zentimeter hoch und ein bis fünf Kilogramm schwer. Weibchen sind im Schnitt etwas größer und 10 bis 20 % schwerer.

Sie tragen ein braunes Gefieder, das fast wie eine Behaarung wirkt. Den Kiwis fehlt wie allen Laufvögeln der Brustbeinkamm, an dem normalerweise die Flugmuskulatur ansetzt. So haben die Kiwis zwar noch kleine, vier bis fünf Zentimeter lange Flügel, sind aber nicht in der Lage, damit zu fliegen. Die Flügel tragen an den Enden kleine Krallen und bleiben unter dem Gefieder verborgen. Die Krallen haben keine erkennbare Funktion und sind offenbar Rudimente, die man gleichermaßen bei manchen Emus und Kasuaren findet.

Kiwis besitzen keinen Schwanz, was dazu beiträgt, dass sie eine ungewöhnliche ovale Körperform haben. Zu diesem Erscheinungsbild tragen auch die weit nach hinten verlagerten Beine bei. Diese kräftigen Beine tragen, wie bei den meisten Vögeln, vier Zehen; mit ihnen vermögen Kiwis gut und schnell zu laufen. Längere Fluchtdistanzen erübrigen sich aber meist in ihrem unübersichtlichen Lebensraum.

Der Kopf der Kiwis ist relativ klein, der Schnabel sehr lang und nach unten gebogen. Beim Streifenkiwi wird der Schnabel über 20 cm lang. Er ist bei Weibchen um gut 30 % größer als bei Männchen. Der Oberschnabel ist etwas länger als der Unterschnabel. Um im Stand das Gleichgewicht zu halten, stützen Kiwis sich oft auf ihren Schnabel. Kiwis können nicht besonders gut sehen, dafür aber um so besser hören und – eine Besonderheit unter Vögeln – sehr gut riechen. Die Nasenöffnungen liegen an der Spitze und nicht wie bei den meisten Vögel an der Basis des Schnabels. An der Schnabelbasis tragen Kiwis „Borsten“, die an die Vibrissen (Schnurrbarthaare) von Säugetieren erinnern, in Wirklichkeit aber modifizierte Federn sind.
Eine weitere Besonderheit ist die Körpertemperatur, die mit 38 °C weit unter der der meisten Vögel (42°C) liegt und eher der eines Säugetiers gleicht.

Kiwis leben auf den drei großen Inseln Neuseelands: Nordinsel, Südinsel und Stewart Island. Es gibt sie außerdem auf zahlreichen kleinen Inseln vor den Küsten Neuseelands; auf den meisten von diesen sind sie aber mit Sicherheit, auf den übrigen mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Menschen eingeführt worden.
Das ursprüngliche Habitat der Kiwis waren die Wälder, die mit Ausnahme der Hochgebirge Neuseeland vor der Ankunft polynesischer Siedler nahezu lückenlos bedeckten. Heute sind sie auch in den künstlich entstandenen, strauchbestandenen offenen Geländen heimisch. Sie gehören außerdem zu den ganz wenigen einheimischen Tieren, die sich in den von den Europäern angepflanzten Nadelbaummonokulturen ansiedeln konnten. Allerdings sind Kiwis trotz ihrer Anpassungsfähigkeit durch den Jagddruck durch eingeschleppte Raubtiere aus zahlreichen Regionen verschwunden und nur noch lückenhaft über Neuseeland verbreitet.
Im Gebirge gibt es Kiwis bis in Höhen von 1200 m. Alle Kiwis brauchen Habitate mit hohem Grad an Feuchtigkeit und lockerem, humusreichem Boden.
Kiwis sind ausschließlich nachtaktiv. Am Tag verbergen sie sich in ihren Höhlen und Unterschlupfen, die sie vor Sonnenuntergang nicht verlassen. Kommen sie dann hervor, bewegen sie sich bei völliger Dunkelheit im Schutz von Unterholz und Gesträuch. Dabei orientieren sie sich, für Vögel eher ungewöhnlich, mit ihrem guten Geruchssinn und ihrem Gehör.
Ihr ganzes Leben lang bewohnen die Kiwis ein Revier, das sie mit dem Partner teilen, mit dem sie in Monogamie zusammenleben. Das Revier wird von beiden Geschlechtern verteidigt und hat eine von Art zu Art stark schwankende Größe: Zwergkiwis bewachen nur 2 bis 3 Hektar, während das Revier eines Streifenkiwi-Paars 5 bis 50 Hektar umfasst. Während die Reviergrenzen in der Fortpflanzungszeit aggressiv verteidigt wird, wird zu anderen Zeiten des Jahres die Anwesenheit anderer Kiwis im Revier bis zu einem gewissen Grad toleriert. Geht ein Revier durch Rodung verloren, bleibt ein Kiwi-Paar oft noch mehrere Wochen dort, bevor es sich nach einer neuen Umgebung umsieht. Die Reviergrenzen werden mit Kot markiert, wiederum ein eigentlich säugetiertypisches Verhalten, das man unter Vögeln sonst so gut wie nicht findet.
Innerhalb des Reviers legen Kiwis zahlreiche Baue an, die wechselnd genutzt werden. Sie dienen zum Schlafen und in der Fortpflanzungszeit auch als Bruthöhle. Der Eingang ist bis 15 cm breit und meistens unter dichter Vegetation oder zwischen Baumwurzeln verborgen. Ein bis zu 2 m langer Tunnel führt von hier bis zur Höhle, die groß genug ist, um Platz für zwei Kiwis zu bieten.
Einzelgängerische Kiwis sind entweder recht junge Vögel oder solche, die ihren Partner verloren haben.
Kiwis sind zwar Allesfresser, die sich von allen tierischen und pflanzlichen Materialien ernähren, in der Hauptsache stochern sie aber im Erdreich nach wirbellosen Tieren, vor allem Regenwürmern, Tausendfüßern und Insektenlarven. Die Bewegungen der Tiere im Boden können von Kiwis wahrgenommen werden; sie versenken dann ihren Schnabel im Erdreich und ertasten die Beute. Hierdurch hinterlassen Kiwis in ihrem Revier charakteristische Schnabellöcher, die bis zu 15 cm tief sind und die Anwesenheit eines Kiwis sicher verraten.
Nebenbei werden auch Früchte und Insekten vom Boden aufgelesen.
Als monogame Vögel suchen Kiwis erst einen neuen Partner, wenn der alte gestorben ist. Man hat Kiwi-Paare beobachtet, die über zehn Jahre zusammen verbracht haben. Alljährlich zwischen August und Oktober beginnt für die Kiwi-Paare die Fortpflanzungszeit. Sie jagen dann einander, vollführen Sprünge und sind äußerst ruffreudig.
Zum Brüten wird nur einer der Baue im Revier genutzt, und zwar stets einer, der bereits mehrere Monate oder gar Jahre alt ist, so dass der Eingang mit planzlicher Vegetation zuwachsen konnte. Das Männchen bereitet hierin das Nest vor, indem es Moose und Gräser sammelt und damit die Nisthöhle auspolstert.
Das Weibchen legt dann ein oder zwei, selten drei Eier. Das Ei hat eine gewaltige Größe. Beim Streifenkiwi wird es 13 × 8 cm groß und hat ein Gewicht von 500 g. Dies sind im Verhältnis zur Körpergröße ihrer Erzeuger die größten Vogeleier der Welt - sie erreichen bis zu 30% des Körpergewichts des Weibchens. Beim Streifenkiwi und beim Zwergkiwi brütet anschließend nur das Männchen, beim Haastkiwi beide Geschlechter abwechselnd. Wenn das Männchen allein brütet, schläft das Weibchen in einem anderen Bau, der in der Nähe gelegen ist. Mit 63 bis 92 Tagen dauert die Brutzeit ungewöhnlich lange. Das brütende Männchen verlässt den Bau jede Nacht, um zu fressen; die Dauer der Aktivität wird während der Brut kaum eingeschränkt. Beim Haastkiwi übernimmt das Weibchen in diesen Pausen das Brutgeschäft. Die Eier sind sehr gefährdet, vor allem Wekarallen sind auf Kiwi-Eier aus.
Die schlüpfenden Kiwis sehen bereits aus wie kleine Ausgaben der Eltern. Als Nestflüchter wandern sie fünf oder sechs Tage nach dem Schlüpfen bereits umher. Während sie am Tage noch vom Männchen behütet werden, verlassen sie nachts das Nest allein und werden kaum von den Eltern bewacht. Den in Neuseeland eingeschleppten Katzen, Hunden und Wieseln fallen daher sehr häufig junge Kiwis zum Opfer.
Im Alter von 18 Monaten erreichen Kiwis ihre volle Größe und mit zwei Jahren sind sie geschlechtsreif. Ihre Lebensdauer kann über zwanzig Jahre betragen. Im Zoo lebte ein Streifenkiwi sogar 35 Jahre.

Wegen ihrer nächtlichen und verborgenen Lebensweise sind die Lautgebungen oft das einzige, was Menschen von Kiwis mitbekommen. Kiwis rufen das ganze Jahr und die ganze Nacht hindurch, außer bei starkem Wind und in sehr hellen Vollmondnächten.
Bei den Rufen handelt es sich um schrille Pfiffe, die bei günstigen Bedingungen bis zu 5 km weit tragen. Während Kiwis diese ausstoßen, strecken sie den Hals und den Schnabel empor. Männchen rufen öfter als Weibchen, und ihre Pfiffe klingen in Tonhöhe und Tonlänge anders.
Die Rufe scheinen hauptsächlich in der Revierverteidigung eine Rolle zu spielen. Sie werden oft von Kiwis der benachbarten Reviere beantwortet.

 

23.03.2007
   Magenbrüterfrösche - Evolutionswiderlegung?
 


Die Magenbrüterfrösche (Rheobatrachus) sind eine nur aus zwei Arten bestehende Gattung der Froschlurche aus dem Osten Australiens.
Die Tiere zeichnen sich dadurch aus, dass bei ihnen im Gegensatz zu allen anderen bekannten Landwirbeltieren die präjuvenilen Entwicklungsstadien – hier die Kaulquappen – im Magen der Mutter heranwachsen.

Der Südliche Magenbrüterfrosch (Rheobatrachus silus Liem, 1973) wurde im Jahr 1972 entdeckt und 1973 zuerst wissenschaftlich beschrieben. Allerdings gibt es eine Literaturquelle, die vermuten lässt, dass bereits 1914 jemand auf die Art gestoßen war. Rh. silus lebte im Gebirgszug Blackall-Conondale Ranges in Südost-Queensland, nördlich der Stadt Brisbane. Dort bewohnte er auf einer Höhenstufe zwischen 400 und 800 m NN eine Regenwaldregion auf einem Areal von weniger als 1000 Quadratkilometern. Je nach Quelle gilt die Art seit 1979 oder 1982 in freier Natur als verschollen; in Gefangenschaft verstarb das letzte Exemplar 1984.

Der Nördliche Magenbrüterfrosch (Rheobatrachus vitellinus Mahony, Tyler & Davis, 1984) wurde erst im Jahr 1984 entdeckt. Er lebte in den Clarke Range-Bergen im mittleren Nordosten Queenslands. Auch diese Art war nur auf einem kleinen Areal von weniger als 500 Quadratkilometern in einer Höhe zwischen 400 und 1000 m NN verbreitet. Bereits ein Jahr nach ihrer Entdeckung konnte sie nie wieder gefunden werden und gilt daher inzwischen ebenfalls als ausgestorben.

Magenbrüterfrösche sind kleine, bräunlich gefärbte, etwas unkenähnlich aussehende Froschlurche mit recht eng beieinanderliegenden, hervorstehenden Augen und einer kurzen, stumpfen Schnauze. Die Männchen der Art Rheobatrachus silus werden 33 bis 41 Millimeter lang, die Weibchen 44 bis 54 Millimeter. Diese Spezies lebt überwiegend aquatil.

Irreduzible Komplexität ist keine Eigenschaft, die nur auf der Ebene der Biochemie oder bei komplizierten Organen beobachtbar ist. Viele biologische Systeme weisen diese Eigenschaft auf und widerlegen die Evolutionstheorie nach Ansicht einiger Personen in jedem einzelnen Fall. Die außergewöhnliche Art der Fortpflanzung des Rheobatrachus Silus, einer australischen Froschart, ist ein Beispiel dafür.
Die Weibchen dieser Froschart brüten ihrer jungen im Magen aus und gebären sie durch den Mund. Doch damit dies geschehen kann, muss eine Reihe von Anpassungen gleichzeitig vorgenommen werden, wobei kein Fehler unterlaufen darf: Die Eistruktur muss vorbereitet werden, die Magensäure muss neutralisiert werden, und das Weibchen muss kräftig genug sein, wochenlang ohne Nahrung zu leben.

Ein vollkommen fehlerloses System wurde geschaffen, dass dies ermöglicht. Zunächst einmal nimmt das Weibchen in diesen sechs Wochen keinerlei Nahrung oder Flüssigkeit mehr zu sich, so dass der Magen ausschließlich den Kaulquappen zur Verfügung steht. Eine andere Gefahr besteht in der normalerweise vorhandenen Absonderung von Magensäure und Pepsin innerhalb des Magens. Diese würden dem Nachwuchs eigentlich schnell den Garaus machen. Doch dies wird durch eine besondere Maßnahme verhindert. Die Verdauungsflüssigkeiten im Magen der Mutter werden durch das Hormon Prostaglandin E2 neutralisiert, dass zunächst von den Eiern und später von den Kaulquappen selbst produziert wird. So kann der Nachwuchs gesund heranwachsen, obwohl er in einem Säurebad schwimmt.
Wie ernähren sich die Kaulquappen nun in dem leeren Magen? Auch daran wurde gedacht. Die Eier dieser Froschart sind erheblich größer als die anderer Arten, und sie enthalten einen sehr proteinreichen Eidotter, der ausreicht, die Kaulquappen sechs Wochen lang zu ernähren. Auch der Zeitpunkt der Geburt ist perfekt abgestimmt. Die Speiseröhre des weiblichen Frosches erweitert sich während der Geburt genau wie die Vagina der Säugetiere. Danach kehren Speiseröhre und Magen in ihren Normalzustand zurück und das Weibchen beginnt wieder mit der Nahrungsaufnahme.

Das wundersame Fortpflanzungssystem des Rheobatrachus Silus widerlegt daher nach Ansicht einiger Personen die Evolutionstheorie, da das gesamte System irreduzibel komplex ist. Jedes Stadium muss vollständig abgeschlossen werden, damit der Frosch überleben kann. Die Mutter muss die Eier verschlucken und darf sechs Wochen lang nichts fressen oder trinken. Die Eier müssen das entsprechende Hormon absondern, das die Magensäure neutralisiert. Auch die Zugabe des besonders proteinreichen Eidotters ist notwendig. Die Weitung der Speiseröhre des Weibchens darf nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt erfolgen. Würden alle diese Vorgänge nicht in genau der richtigen Reihenfolge ablaufen, würden die Froschbabys nicht überleben und die Art würde aussterben.

Aus diesen Gründen kann dieses System sich nach Ansicht einiger Personen nicht graduell entwickelt haben, wie in der Evolutionstheorie behauptet wird. Diese Art hat mit dem vollständigen, funktionsfähigen System existiert, seit das erste Exemplar in die Welt kam. Anders ausgedrückt, sie ist erschaffen worden.

 
Quelle: http://www.darwinismus.com/irreduzible_komplexitat_09.php
 

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