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22.03.2007
   Physik Vordiplom Gedächtnisprotokoll
 

Hi @ll!

Heute ist meine letzte Vordiplomprüfung vorübergegangen - Physik.
Ein bis zum Diplom letztes Mal liefere ich euch nun ein Gedächtnisprotokoll, das nach besten Wissens von mir geschrieben wurde. Ich habe versucht, darin den Prüfungsverlauf so gut wie möglich zu rekonstruieren.

Ich hoffe, dass den künftigen Vordiplom-Biologen dieses Gedächtnisprotokoll weiterhilft. In der Prüfung wurde ein weites Spektrum von physikalischen Themen abgefragt.

 
Andere News: Physik-Zusammenfassung
 
Download: Gedaechtnisprotokoll Physik Vordiplomspruefung.pdf (2798x heruntergeladen)
 

19.03.2007
   Erdmännchen sind gute Lehrer
 


Menschen müssen nicht die einzigen Lebewesen sein, die ihren Kindern aktiv etwas beibringen können. In der Zeitschrift Science wurde ein Bericht veröffentlicht, nach dem wilde Erdmännchen ähnliche Lernfähigkeiten haben.
Bisher wurde bei Tieren wenig Beweis für eine Lehrtätigkeit gefunden, obwohl es viele Studien, vor allem bei Katzen und Geparden, gegeben hat.

Der erste gültige Beweis für eine Lehrtätigkeit bei Tieren wurde Anfang 2006 bei einer Art der Britischen Ameise gefunden. Im Juli 2006 zeigte es sich, dass Erdmännchen auch Anzeichen von Lerntätigkeit aufweisen. Der Hauptgrund, warum die Lernfähigkeit bei Erdmännchen evolviert ist, ist, dass die jungen Tiere selten eigenständig ausreichend Nahrung finden.
Erdmännchen ernähren sich zwar vor allem von einfach zu findenden und zu fressenden Insektenlarven und Puppen. Allerdings ist es für Jungtiere essentiell, mit gefährlicher Beute wie Skorpionen oder Schlangen umgehen zu können. Denn diese machen einen signifikanten Anteil ihrer Nahrung mit hohen Nährstoffwerten aus.

Alex Thornton und seine Kollegin Katherine McAuliffe zeigten, dass ältere Erdmännchen, die als “Helfer” agieren, den Jungtieren durch direkte Mechanismen beizubringen, wie man mit der Beute umgeht. Dieser Lernvorgang beinhaltet das Hinschubsen der Beute zu den Jungtieren als Anregung oder die Entfernung von dem Stacheln der Skorpione, bevor die Jungtiere diese fressen dürfen.
Mit zunehmendem Alter der Jungtiere haben die Erdmännchen ihre Lerntätigkeit verändert, da diese immer erfahrener im Umgang mit gefährlicher Beute wurden. Erdmännchen stecken also viel Aufwand und Zeit in die Erziehung von Jungtieren, obwohl dieses Verhalten für sie keinen unmittelbaren Vorteil hat. Dieses Verhalten kann man also dem Altruismus zuordnen.
Mit zunehmender Übung verbessern sich die Fähigkeiten der Jungtiere, aber wenn diese “Helfer” nicht anwesend wären, gäbe es kaum Möglichkeiten für sie, diese kritischen Fähigkeiten einzuüben und daher ist diese Lehre sehr wichtig für die Beschleunigung der Jungtierentwicklung.

Dieses Lernverhalten bei wilden Erdmännchen zeigt, dass Lernvorgänge bei Tieren nicht komplex oder auf Tiere mit großem Hirnvolumen beschränkt sein muss. Diese Studie lässt also die Tür zu weiteren Studien der gleichen Art offen.
Ein besseres Verständnis der Evolution des Lehrens ist essentiell, wenn wir weitere Erkenntnisse der menschlichen Kulturevolution herausfinden wollen. Auch für die Untersuchung der Verhältnisse zwischen den unterschiedlichen Kulturen unseres Planeten und die Erforschung des kulturellen Verhalten bei Tieren ist diese Erkenntnis notwendig.

 
Quelle: http://www.cosmosmagazine.com/node/420
 

18.03.2007
   Der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)
 


Der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) ist neben dem Goldhähnchen der kleinste, in gemäßigten Breiten beheimatete Singvogel. Bei einer Länge von ca. 9,5 cm bringt er gerade einmal 10 Gramm auf die Waage. Sein Gefieder ist unscheinbar rötlichbraun, wobei die Oberseite dunkler ist und zusätzlich eine dunkle wellenförmige Bänderung aufweist. Auf der Unterseite ist er heller braungrau gefärbt und ebenfalls mit leichten schwarzen Streifen im Gefieder. Auffällig ist der schwarze Überaugenstreif. Sowohl Männchen als auch Weibchen sind gleich gefärbt und auch die Jungvögel unterscheiden sich von den Alttieren kaum. Die Füße und der Schnabel sind graubraun, letzterer leicht gebogen und ideal zur Nahrungssuche ausgebildet. Der sehr kurze Schwanz wird meistens, vor allem bei Erregung, charakteristisch senkrecht aufgestellt und gibt, zusammen mit den kleinen, kurzen Flügeln, schon eindeutige Hinweise auf die Lebensweise des Zaunkönigs. Er lässt sich akustisch an seinem Lockruf (ein „zick zick“) oder an seinem Warnruf (ein energisches „zerrr“) identifizieren..

Er ist ein schlechter Flieger, meistens beträgt die Flugdistanz nur ein paar Meter und dann auch selten mehr als einen knappen Meter über dem Boden. Hingegen bewegt er sich aber umso geschickter, wendig und agil bei der Nahrungssuche im Unterholz. Von seiner Größe ist er also ideal geschaffen für seinen Lebensraum und seine Ansprüche. Eine Besonderheit bei Zaunkönigen ist die Tatsache, dass diese gerade in kalten Winternächten aufgrund ihrer Größe viel Wärme nach außen abgeben und sich daher in Schlafgemeinschaften (etwa 12 Individuen) in Nestern zusammenfinden um sich gegenseitig zu wärmen.

Der Zaunkönig brütet in vielen Biotopen, wenn sie ihm genügend Schutz und Unterschlupf bieten, Er liebt die Nähe von Wasser, kommt an Bachauen mit unterspültem Wurzelwerk ebenso vor wie in Wäldern, Parks und naturnahen Gärten mit Unterholz und Gebüschen, an Mauern, dort wo Nischen sind und er sein Nest errichten kann In aufgeräumten Gärten und Innenstädten wo er keine Deckung im Unterholz findet, in strukturarmen Wäldern, offenen Landschaften ohne bodennahe Vegetationsschicht fehlt er hingegen fast völlig. Bei uns ist er überwiegend Standvogel. Zahlreiche Individuen streifen aber mit Ende der Brutsaison umher und begeben sich auf Nahrungssuche in andere Gebiete. Nordöstliche Vögel ziehen im Winter nach Mitteleuropa, wo es für sie das günstigere Nahrungsangebot gibt. Der Zaunkönig ist weltweit verbreitet und kommt in den Alpen bis zu einer Höhe von fast 2000 Metern vor.

Zaunkönige sind polygam, d. h. in einer Brutsaison kann ein Männchen mehrere Weibchen haben und damit parallel mehrere Bruten im Jahr großziehen. Das Männchen versucht das Weibchen durch seinen typischen Gesang an eines seiner zahlreichen Nester zu locken. Das Weibchen zeigt sich paarungsbereit, wenn sie eines der Nester auswählt und dieses dann von innen mit Federn weich ausstattet. In der Regel kommt es zu einer Brut im Jahr zwischen Anfang April und Juli, im Süden sind auch zwei Bruten möglich.

Interessant ist auch das Brutverhalten dieses Vogels. Das Männchen baut mehrere Nester aus Moos, Farnkraut und dürrem Laub oft in der Wurzelkrone eines entwurzelten Baumes. Die Nester sind von allen Seiten geschlossen und haben nur ein kleines seitliches Schlupfloch. Ist das Männchen mit dem Nestbau fertig, so, stimmt er seinen Balzgesang (eine schmetternde Strophe mit kräftigem Roller) an, um ein Weibchen anzulocken. Das angelockte Weibchen überprüft das Nest anschließend auf Stabilität, Größe und Aufbau. Hat es anschließend ein passendes Nest gefunden, so polstert sie es mit Federn und Flaum aus, bevor sie ihre Eier in diesem ablegt. Die anderen Nester bleiben unvollendet und werden verlassen. Hat ein Männchen bei einem Weibchen keinen Erfolg, so hält es sich eine Weile bei seinem gebauten Nest auf, um weitere Weibchen anzulocken. Nach einer gewissen Zeitspanne gibt es dieses allerdings auf und baut an einem anderen Ort ein neues, um den Fortpflanzungserfolg zu vergrößern.

Das Gelege, das 5-7 weiße, rotbraun gefleckte Eier umfasst, wird vom Weibchen alleine 12-14 Tage bebrütet. Die Jungen, die dann von beiden Partnern gefüttert werden, verlassen nach 15-17 Tagen das Nest. In dieser Zeit wird es im Nest oft zu eng und das Männchen bevorzugt dann als Schlafplatz eines seiner unvollendeten Nester.
Die Jungtiere bleiben auch nach dem Verlassen des Nestes noch im Familienverband zusammen.
Der Zaunkönig kann auch eine zweite Jahresbrut vollführen. Dabei helfen die Jungen der ersten Brut dann den Eltern bei der Aufzucht der jüngeren Geschwister.

Der Zaunkönig wurde zum Vogel des Jahres 2004 gekürt, da er auch zu den bedrohten Arten gehört.

 

17.03.2007
   Wie Wale trinken
 


Die Wale sind Säugetiere (Mammalia), sie gehören zu der Ordnung der Cetacea.

Die meisten Wale leben im offenen Meer, das aus Salzwasser unterschiedlicher Konzentration (im Mittel 3,5%, 535 mmol liter-1) besteht. Für uns Menschen ist Meerwasser als Trinkwasser unverträglich. Jeder Schluck Salzwasser würde aufgrund des Salzgehaltes einen noch grösseren Durst nach sich ziehen.

Wale sind als Säugetiere mit uns verwandt und müssen im Körperinnern auch einen sogenannten isotonischen Salzgehalt (etwa 0,9%) erhalten, der weit unter dem Salzgehalt des Meerwassers liegt. Bis auf die Flussdelphine, die in einer Süsswasserumgebung leben, können Wale nicht einfach an Trinkwasser herankommen, von dem sie trinken.

Man könnte annehmen, dass es verborgene Süsswasserquellen unter Wasser gibt, zu denen die Wale schwimmen, um dort zu trinken. Solche Quellen gibt es. Aber diese kommen viel zu selten vor, um eine verlässliche Süsswasserquelle darzustellen. Deshalb hat die Evolution eine andere Süsswasserquelle für die Wale gefunden, die auf offener See leben.

Zunächst muss man wissen, dass Wale und Delphine aufgrund Ihrer gewaltigen Fettschicht (Blubber), nur einen relativ geringen Körperwasseranteil haben, der im Flüssigkeits-Gleichgewicht gehalten werden muss. Menschen haben etwa 60% Körperwasser, während Grosse Tümmler (Tursiops truncatus) nur ca. 37% Körperwasser haben. Das Wasser, das in den Beutetieren enthalten ist, kann als Trinkwasser dienen. Fische haben einen niedrigeren Salzspiegel im Körper als das sie umgebende Meereswasser. Auch Fett und Protein kann zu einem gewissen Maße im Körper zu Wasser verstoffwechselt werden. Allerdings erfordert der hohe Proteinreichtum der Beutefische durch entsprechende Harnstoffproduktion wiederum eine Ausscheidung über den Urin, wo auch wieder Wasser ausgeschieden wird.

Trotzdem ist von Cetaceen in Gegensatz zu anderen Meeressäugern bekannt, dass diese auch gewisse Mengen Salzwasser aufnehmen (HUI 1981). Da kommen dann die physiologischen Leistungen der Tiere ins Spiel. Die Niere ist in der Lage einen stärker konzentrierten Harn herzustellen, trotzdem ist der Harn, wie oft gemessen wurde, nicht immer stark konzentriert (RIDGWAY 1972).
Bei COSTA (2001) findet sich eine Tabelle, in der der Salzwasserkonsum verschiedener Cetaceen angegeben ist. Mit Hilfe von Wasser, dass durch Isotopen markiert worden ist, konnten so genaue Ergebnisse erzielt werden.
Langflossen-Grindwal (Globicephala melas):
2,7 l Salzwasser pro Tag
Grosser Tümmler (Tursiops truncatus):
7,4 l Salzwasser pro Tag
Gewöhnlicher Delphin (Delphinus delphis):
0,7 l Salzwasser pro Tag

GASKIN (1986) hat beschrieben, dass die Haut eine entscheidende Rolle spielt. Die Haut funktioniert danach als semipermeable Membran, durch die zwar Wasser in das Tier gelangen kann, aber kein Salz durchgelassen wird. Diese Untersuchung wird von anderen Autoren allerdings nicht mehr berücksichtigt.

Es ist sogar erforscht worden (THEWISSEN et al. 1996), wann die Wale entwicklungsgeschichtlich begonnen haben, Salzwasser aufzunehmen. Der Wal Ambulocetus hat z.B. noch Süsswasser aufgenommen. während Indocetus schon salziges Meereswasser zu sich nahm. Beides sind Urwale, von denen uns heute nur Fossilien vorliegen.

Eine genaue Angabe über den Wasserhaushalt aller Wale gibt es leider nicht, da es zwischen den einzelnen Arten einige Unterschiede gibt. Die Kombination aus Wasser über die Nahrung mit gelegentlicher Salzwasseraufnahme steht an erster Stelle. Die spezielle Leistung der Haut in Bezug auf den Flüssigkeitshaushalt der Wale erfordert noch weitere Untersuchungen.

 
Quelle: http://www.cetacea.de/faq/water.htm
 

16.03.2007
   Warum Pflanzenfresser Knochen fressen
 


Es gibt essenzielle Nährstoffe, die Tiere nicht selber produzieren können, sondern mit der Nahrung aufnehmen müssen. Diese variieren von Art zu Art und hängen auch davon ab, wie gut das Tier diese im Körper selber synthesisieren kann.

Kühe und andere Herbivoren (Pflanzenfresser) können daher unter Mineralstoffmangel leiden, wenn sie Pflanzen abweiden, die auf sehr kargem Boden wachsen.
Um diesen Mangel auszugleichen, sind solche Tiere angewiesen, Knochen zu fressen. (Osteophagie). Diese enthalten nämlich Calciumphosphat und dienen als Ausgleich für Tiere, die phosphatarme Pflanzen fressen. Unter solchen Herbivoren ist diese Erscheinung weit verbreitet.

Phosphat wird zur Produktion von ATP (Adenosintriphosphat), dem Energieträger des Körpers, für Nucleinsäuren (in der DNA und RNA) sowie für die Phospholipide (die den Hauptbestandteil alle Membranen ausmachen) und zuletzt zum Knochenbau benötigt.

Ein Beispiel für ein Tier, das Osteophagie betreibt, kann man die Steppengiraffe (Giraffa camelopardalis) heranziehen.

 
Quelle: Campbell: Biologie
 

15.03.2007
   Zoologie Vordiplom Gedächtnisprotokoll
 

Hi @ll!

Und heute habe ich meine Vordiplomprüfung in Zoologie gemacht. Ein weiteres Mal liefere ich euch nun ein Gedächtnisprotokoll, das nach besten Wissens von mir geschrieben wurde. Ich habe versucht, darin den Prüfungsverlauf so gut wie möglich zu rekonstruieren.

Ich hoffe, dass den künftigen Vordiplom-Biologen dieses Gedächtnisprotokoll weiterhilft. In der Prüfung herrschten sehr schnelle Themenwechsel, es gab kein Hauptthema.

 
Andere News: Zoologie-Vordiplom-Zusammenfassung
 
Download: Gedaechtnisprotokoll Zoologie Vordiplomspruefung.pdf (1716x heruntergeladen)
 

12.03.2007
   Botanik Vordiplom Gedächtnisprotokoll
 

Hi @ll!

Heute habe ich meine Vordiplomprüfung in Botanik abgeschlossen und liefere euch wieder mal ein Gedächtnisprotokoll, das nach besten Wissens von mir geschrieben wurde. Ich habe versucht, darin den Prüfungsverlauf so gut wie möglich zu rekonstruieren.

Ich hoffe, dass den künftigen Vordiplom-Biologen dieses Gedächtnisprotokoll weiterhilft. Das Hauptthema der Prüfung war das Leitgewebe, danach wurde zu Symbiosen übergegangen.

 
Andere News: Botanik-Vordiplom-Zusammenfassung
 
Download: Gedaechtnisprotokoll Botanik Vordiplomspruefung.pdf (3924x heruntergeladen)
 

08.03.2007
   Der Pawlowsche Hund
 

Am Beginn des 20. Jahrhunderts führte Pawlow seine klassisch gewordenen Experimente durch: Ein Hund wurde in einem besonderen Apparat gestellt, in dem die Intensität des Speichelflusses als Reaktion auf bestimmte Reize gemessen werden kann. Dem Hund wurde ein unbedingter Reiz (UCS: Futter) präsentiert, woraufhin er den angeborenen Reflex (UCR: Speichelfluß) zeigte. Auf das Läuten einer Glocke (CS) zeigte der Hund keinerlei Reaktion, außer einer gewissen Neugier. Pawlow kombinierte die beiden Reize (UCS + CS), worauf der Hund mit Speichelfluß reagierte (UCR). Nach mehrmaligem Wiederholen dieser Reizpräsentation, reagiert der Hund schon auf das Glockenläuten mit Speichelfluß. Diese Reaktion nennt Pawlow bedingte Reaktion (CR). CR und UCR ähneln sich, sind aber nicht identisch: so produziert der Hund, beim Anblick des Futters immer noch mehr Speichel, als bei dem Ertönen der Glocke.





Der entscheidende Punkt in diesem Experiment ist, daß nach der Konditionierung ein vorher neutraler Reiz eine Reaktion hervorruft, die vorher nur durch einen unbedingten Reiz ausgelöst wurde. Wird dem Versuchstier jedoch längere Zeit der bedingte Reiz (CS) allein dargeboten, so verschwindet allmählich die bedingte Reaktion (CS); Pawlow nannte diesen Prozeß Löschung. Wiederholt man nach einiger Zeit das Experiment, so zeigt der Hund nach wesentlich weniger Versuchsdurchführungen wieder die bedingte Reaktion auf den bedingten Reiz. Dies beweist, daß die Konditionierung nicht gänzlich gelöscht wurde, sondern lediglich gehemmt worden war. Als Anerkennung für seine Forschungsarbeiten erhielt er 1904 den Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen.

Merkmale des Pawlowschen Reflexbegriffes

*Deterministische Natur, d.h. daß jede Reaktion einer Ursache (z.B. Reiz) bedarf.
*Prinzip der Analyse und Synthese, d.h., die Reflexlehre zerlegt die Vorgänge im Nervensystem in ihre kleinsten Bestandteile (Reflexe, die Verknüpfungen zwischen Reiz und Reaktion sind) und fügt diese dann wieder zusammen, um das Ganze zu beschreiben.
*Räumliches Konstruktionsprinzip: wo spielt sich der Reflexvorgang ab und wie hängt dieser Ort mit dem Vorgang zusammen.
*Ein Reflex ist NICHT dasselbe wie eine Reaktion, er ist die Verknüpfung zwischen Reiz und Reaktion!

Drei Arten von Reflexen

*unbedingte: Sie sind angeboren und artspezifisch. Einem Reiz folgt automatisch, unbedingt eine ganz bestimmte Reaktion.
*bedingte: Sie sind erworben und individuell. Auch hier besteht eine gesetzmäßige Verbindung zwischen einem Reiz und einer Reaktion, die jedoch erlernt und vielfältig beeinflußbar ist.
*Orientierungsreflexe: Neue Reize werden mit einer Orientierungsreaktion (OR) verbunden, die sich in allgemeiner Erregung, Hinwendung zum Reiz und Desynchronisierung der EEG Alpha-Wellen äußert.

Arten von Reizen und Reaktionen

*Unbedingter Reiz (US): Ein solcher Reiz ist ohne experimentelles Zutun in der Lage, immer eine Reaktion hervorzurufen.
*Unbedingte Reaktion (UR): Sie wird durch den US hervorgerufen und hat in irgendeiner Form biologischen Nutzen (z.B. Lidschlag schützt die Augen).
*Bedingter Reiz (CS): Ein Reiz, der ursprünglich neutral ist, beim Organismus also keine spezifische Reaktion hervorruft, sondern allenfalls eine allgemeine Orientierungsreaktion. Durch den Vorgang des Konditionierens (CS und US treten wiederholt in zeitlicher Nähe auf) wird dieser neutrale Reiz zum CS, wenn auf ihn irgendwann eine der UR ähnliche Reaktion folgt, die CR. Nach Pawlow kann jeder beliebige Reiz, der von einem Sinnesorgan aufgenommen wird, zum CS werden.
*Bedingte Reaktion (CR): Wird nach erfolgreichem Konditionieren vom CS ausgelöst. Sie ist der UR ähnlich, jedoch nicht gleich. Sie hat eine längere Latenzzeit und eine geringere Amplitude als die UR und ist kürzer als diese. Sie könnte entweder eine Komponente der UR sein, die durch den CS hervorgerufen wird, oder eine Reaktion sein, die den Organismus auf die UR vorbereitet.
*Reflexkette: Wenn die Reaktionen auf einen Reiz (egal ob UR oder CR) einen weiteren Reflex auslösen (und diese Reaktion dann wieder einen usw.), so entsteht eine Reflexkette. Auch solche Ketten können wieder untereinander verkoppelt werden und bilden so die Grundlage des Verhaltens.





Arten der Konditionierung:

*Vorwärtsgerichtete: Der CS tritt vor dem US auf, entweder verzögert, d.h. CS-CS+US-US, oder zur Ausbildung eines Spurenreflexes, also CS-Pause-US.
*Gleichzeitige: CS und US treten gleichzeitig auf.
*Rückwirkende: Der US geht dem CS voraus.
*Temporalreflex: Die Konditionierung erfolgt auf einen "Zeittakt", der US wird in immer gleichen Abständen wiederholt, die CR erfolgt dann ohne weiteren Reiz in der selben zeitlichen Abfolge.

Reflexe höherer Ordnung:

Man erzeugt mittels eines US und eines neutralen Reizes eine Verbindung CS-CR. Dann wird in einem weiteren Konditionierungsverfahren ein anderer neutraler Reiz an die Stelle des ursprünglichen CS gesetzt. Man erhält so eine Konditionierung zweiter Ordnung.

Weitere wichtige Begriffe der Reflexologie:

•Pseudokonditionierung: Ein aversiver Reiz (US) wird wiederholt dargeboten. Wird nun direkt im Anschluß ein neutraler Reiz dargeboten, wird die UR (bzw. CR !) auch gezeigt. US und CS werden offensichtlich durch die Situation miteinander verknüpft.
*Sensorisches Vorkonditionieren: Mehrere neutrale Reize werden als Compound dargeboten, danach erfolgt eine Konditionierung mit einem dieser Reize als CS. Dieser CS ist nun durch die anderen, vorher mit ihm dargebotenen Reize austauschbar.
*Reizgeneralisierung: Eine Reaktion auf einen speziellen Reiz (CS) wird gelernt. Auf andere, diesem Reiz ähnliche Reize erfolgt auch eine Reaktion, die um so stärker ist, je größer die Ähnlichkeit ist. Die Stärke der Reaktion in Abhängigkeit von der Ähnlichkeit wird in einem Diagramm, dem Reizgradienten abgebildet.
*Diskrimination: Bezeichnet die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Reizen zu unterscheiden. Sie kann trainiert werden, indem man immer den einen Reiz mit, den anderen ohne US darbietet.
*Experimentelle Neurose: Wenn man einen Reiz (z.B. Kreis) mit einem positiven US, und einen anderen, ähnlichen Reiz (z.B. Ellipse) mit einem negativen US verbindet, und die Reize so sehr angleicht, daß das Versuchstier nicht mehr diskriminieren kann, reagiert es mit abwechselnd starker Erregung und starker Erschöpfung sowie Unsicherheit. Dies heißt experimentelle Neurose.
*Aversive Reize: Sie lösen neben der UR bzw. CR auch eine allgemeine Abgstreaktion aus.

Pawlows Theorie über zentralnervöse Vorgänge bei der Konditionierung

Der US löst in einem bestimmten Zentrum des ZNS eine Erregung aus, die dann zur UR führt. Erfolgt nun gleichzeitig mit dieser Erregung eine unspezifische, indifferente Erregung irgendwo anders im ZNS (und das auch noch wiederholt), so wird diese Erregung zu der spezifischen "hingezogen", es wird ein Weg (eine Verbindung) zwischen den ehemals unabhängigen Erregungen gebahnt. Dieser Vorgang ist reversibel, bzw. hemmbar (s.Löschung und spontane Erholung).

*Irradiation: Die Ausdehnung der Erregung auf benachbarte "Herde" im ZNS. Dem erregten "Herd" benachbarte Regionen, werden je nach ihrem Abstand, unterschiedlich stark erregt (s. Generalisation).
*Konzentration: Sie ist das Gegenteil der Irradiation, die Erregungsausbreitung wird, z.B. durch Diskriminationstraining, auf bestimmte Areale eingegrenzt.
*Hemmung, Löschung und spontane Erholung
Hemmung ist sowohl ein gegenläufiger Prozeß zur Erregung, als auch zur Bahnung. Ein anderer Prozeß wird, wenn er gehemmt wird, behindert.
*externe: Eine CR wird durch die Aktivität eines anderen "Herdes" gehemmt. Ein anderer Reiz bewirkt z.B. eine OR, wodurch die CR abgeschwächt wird, oder sogar ganz ausbleibt. Externe Enthemmung beschreibt einen Vorgang, bei dem eine interne Hemmung durch einen (neuen) Reiz aufgehoben wird.
*interne: Ist vergleichbar mit dem Begriff der reaktiven Hemmung bei HULL oder auch EYSENCK, es werden hiermit physiologische Prozesse beschrieben, die das Auftreten der CR hemmen. Dazu zählen die Abschwächung (bei öfter CS ohne US) und auch die Generalisation, die ja mit zunehmender Unähnlichkeit der Reize (und damit nach Pawlow zunehmender Entfernung der erregten Zentren) geringer wird. Weiterhin kann interne Hemmung durch Verzögerung auftreten wenn der US dem CS erst nach längerer Zeit folgt.
*bedingte: Man verbindet eine CR zunächst mit zwei Reizen und bietet dann einen davon nur noch mit einem neutralen Reiz zusammen dar (=Löschung des einen CS). Dieser neutrale Reiz hemmt nun auch wenn er mit dem anderen CS dargeboten wird, das Auftreten der CR. Auch hier ist eine Konditionierung zweiter Ordnung möglich.
Eine Löschung erfolgt im Experiment in Form von interner Hemmung, der CS wird solange ohne US dargeboten, bis keine Reaktion mehr feststellbar ist, bis also die Bahnung (physiologisch) aufgehoben ist.
Bei einer spontanen Erholung hemmt sich die interne Hemmung, die zur Löschung der CR geführt hat, offensichtlich selber. Eine gelöschte CR taucht nach einer Pause während des Experiments von selbst, also ohne zwischenzeitliche Verbindung mit dem US von alleine wieder auf.

Einflüsse auf bedingte Reaktionen sind möglich durch
*Motivation: Je stärker die Motivation zu einer bestimmten UR, desto stärker auch zur entsprechenden CR (z.B. Hunger des Hundes-Speicheln)
*Intensität des CS: Je höher, desto stärker CR.
*Intensität des US: Je höher, desto wahrscheinlicher Ausbildung einer CR.
*Verwendung von CS-Compounds: Dies ist meist wirksamer als nur ein Reiz.
*Verwendung mehrerer US: Dies ist meist wirksamer als nur ein Reiz.
Inter-Stimulus-Intervall (ISI) zwischen US und CS: Beim Skeletalsystem 0,2-0,5s, beim autonomen NS zwischen 2 und 5s optimal für Konditionierungserfolg.
Worauf der Hund von I. Pawlow reagiert, liegt im blinden Fleck von I. Pawlow. Das Experiment von J. Konorski machte diesen blinden Fleck sichtbar. Das entscheidende ist nicht, dass J. Konorski den Hund-Bobachter I. Pawlow beobachtet, sondern dass er die Unterscheidung von I. Pawlow beobachtet. Beobachter beobachten heißt in diesem terminologischen Sinn nicht, dass ein Beobachter einen andern Beobachter beobachtet, sondern dass die einer Beobachtung zugrund liegenden Unterscheidungen beobachtet werden. J. Konorski hat eine Unterscheidung von I. Pawlow problematisiert, indem er den Klöppel aus der Glocke genommen hat. Bei seiner Beobachtung geht es nicht mehr um Läuten oder nicht Läuten. Und so kommt er zu einer anderen Erkenntnis als I. Pawlow.

Das Modell von Konorski entstand aus dem folgenden Versuch: Er wiederholte alles genau nach den Anordnungen von Pawlov. Aber im entscheidenden Moment liess er seinen Assisten mit einer Glocke ohne Klöppel "läuten". Die Glocke blieb stumm, der Hund sekretierte trotzdem. Daraus schloss Konrski: Das Läuten der Glocke war ein Reiz für Pawlov, aber nicht für den Hund.

Es geht dabei nicht darum, ob I. Pawlow recht hat, sondern darum, unter welchen Annahmen (Hypothesen) er recht hat. Eine ungeprüfte Hypothese von I. Pawlow war, dass der Hund auf die Glocke reagierte. Das Wissen, das I. Pawlow aufgebaut hat, wird sehr oft mit grossem Erfolg verwendet, in einer bestimmten Hinsicht ist es "richtig". Vor J. Konorski sein Experiment gemacht hat, war nicht leicht zu erkennen, in welcher Hinsicht das Resultat "falsch" war.

 

07.03.2007
   Strobilation bei Aurelia aurita
 


Die Cnidaria (Nesseltiere), sind ein weit verbreiteter Tierstamm. Diese Tiere treten in zwei Hauptformen auf: dem festsitzenden Polypen und der freischwimmenden Meduse. Diese Formen wechseln miteinander ab, es handelt sich hierbei um einen Generationswechsel. Bei einem Generationswechsel wie diesem wechseln sich vegetative (asexuelle) und generative (sexuelle) Fortpflanzung ab.
An den Polypen entstehen in der Regel ungeschlechtlich Medusen. Die Medusen pflanzen sich geschlechtlich fort. Aus den Eiern entstehen Planulalarven und diese werden zu Polypen.

Unter dem weitverbreiteten Begriff "Qualle" versteht man die Medusenform der Cnidaria.

Die Ohrenqualle Aurelia aurita ist im Sommerhalbjahr in der Nord- und Ostsee in großen Schwärmen vorhanden. Sie zählt zu den Scyphozoa. und zur Ordnung der Semaeostomae (Fahnenquallen). Ihr Mundrohr ist in vier faltige Mundarme ausgezogen.

Die Medusenform der Scyphozoa wird generell von den Scyphopolypen durch Querteilung gebildet. Die Tentakel des Polypen werden dazu reduziert und die Mundschreibe durch eine ringförmige Furche als junge Meduse abgeschnürt. Oder durch übereinander liegende, ringförmige Einschnürungen wird ein ganzer Satz von frei beweglichen Jungmedusen produziert. Dieser Vorgang ist als Strobilation bekannt.

Aurelia aurita ist in ihrer jüngsten Form eine Planula-Larve, die bis zu einem Viertel Millimeter groß werden kann, die sich während den Sommermonaten im Plankton aufhält.
Mit ihrem Aboralpol setzt die Larve sich auf hartem Stubstrat fest und wächst zu einem Scyphistoma-Polypen aus. Dieser hat sehr lange Tentakel.

Dieser Polyp wird mehrere Jahre alt und kann sich ganzjährig durch Knospung vermehren. Bei niedrigen Temperaturen (im Winter) werden durch Strobilation Ephyren (Jugendstadium der Meduse) gebildet. Sie beginnt apikal und setzt sich zur in einem Peridermbecher ruhenden Basis fort. Ist die Strobilation abgeschlossen, entwickelt sich aus dem basalen Restkörper wieder ein Polyp mit langen Tentakeln.

Die entstandene Ephyra hat die Gestalt einer flachen Scheibe, von deren Rand acht Stammlappen ausgehen. Jeder teilt sich an deinem Ende in zwei Flügellappen. Zwischen diesen ist ein Sinneskörper vorhanden. Wenn die Meduse in das Adultstadium wechselt, bildet sich zwischen den Stammlappen noch acht Velarlappen, die rascher wachsen und die gleiche Länge erreichen.

Die adulten Medusen produzieren in ihrem Leben Gonaden, die im Magen befruchtet werden und von einem schleimigen Sekret umhüllt, ihre Embryonalentwicklung bis zur Plumula-Larve in zusammengefalteten Mundarmen durchmachen.

 
Quelle: Kükenthal: Zoologisches Praktikum
 

06.03.2007
   Wombats - unterschätzte Beuteltiere
 


Systematik:

Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Überordnung: Australidelphia
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Wombats (Vombatidae)












Die Wombats gehören zu den Beuteltieren, sie leben wie der Großteil dieser in Australien.
Ihre bevorzugte Vegetation sind Bergwälder mit angrenzendem Weideland.
Sie sind plumpe, Höhlen grabende Pflanzenfresser mit hauptsächlich nächtlicher Lebensweise, werden ca. einen Meter lang, wiegen 20 bis 35 kg.

Bemerkenswert ist das unter den Beuteltieren einzigartige Gebiss, das Ähnlichkeiten mit dem der Nagetiere aufweist. Sie haben im Ober- und Unterkiefer je ein Paar wurzellose Schneidezähne, die Backenzähne sind einfach gebaut und ebenfalls wurzellos. Hierdurch wachsen die Zähne dauernd nach und es kann hartes, abrasives Futter gefressen werden. Da die Eckzähne fehlen, klafft zwischen Vorder- und Backenzähnen eine Lücke (Diastema). Die Zahnformel lautet 1/1-0/0-1/1-4/4, somit haben Wombats die wenigsten Zähne aller Beuteltiere (24 Stück).

Wombats sind Einzelgänger, die in der Regel alleine leben und je nach Lebenssituation ein Revierverhalten an den Tag legen. Den Tag verbringen sie in einem ihrer bis 20 Meter langen und 3,5 Meter tiefen Bauten, die von mehreren Wombats (zu unterschiedlichen Zeiten) bewohnt werden können. Jeder Bau besteht aus einer oder mehreren Wohnhöhlen, die durch einen Gang miteinander und mit der Aussenwelt verbunden sind. Zieht ein Wombat in einen Bau ein, so gräbt es sich normalerweise eine neue Wohnhöhle oder erweitert eine alten, nicht mehr genutzte.
Das Hinterteil eines Wombats ist durch Knochen und dicke Haut derart verstärkt, dass er damit (für sich) relativ gefahrlos den Eingang seiner Wohnhöhle versperren kann. Sollte ein Eindringling in den Gang gelangen, so versuchen Wombats diese an der Höhlenwand zu erdrücken. Hier kommen hier kräftigen Beine zum Tragen, die sie überirdisch für kurze Zeit bis auf 40 km/h beschleunigen können. Auch klettern und schwimmen können sie sehr gut.
Allerdings haben sie einen sehr langsamen Stoffwechsel, brauchen bis zu 14 Tage, um eine Mahlzeit zu verdauen und bewegen sich aus diesem Grund meist ca. sehr langsam, da schnelle Bewegung mit hohem Energieaufwand verbunden ist, der nur sehr langsam regeneriert werden kann. Daher werden schnelle Bewegungen meist nur bei Lebensgefahr eingesetzt.

Wombats besitzen ein Territorium, das je nach Umweltgegebenheiten 5 bis 25 Hektar groß sein kann. Territorien werden durch Kotmarkierungen, Bauten und aggressives Verhalten markiert und verteidigt. Männliche Wombats zeigen Drohgebärden, wenn ein anderer (unwillkommener) Besucher zum Beispiel durch einen bevorzugten Fressplatz geht. Der Kopf wird von Seite zu Seite geschwungen und die Zähne gebleckt und damit geknirscht, zusätzlich werden knurrende Geräusche abgegeben. Dies ist oft ausreichend, um den Eindringling zu vertreiben. Kämpfe können allerdings stattfinden und ernstzunehmende Verletzungen werden von kraftvollen Bissen zugefügt.

Wombats bekommen pro Wurf ein Junges, selten zwei. Die Tagezeit beträgt 22 Tage. Danach sind die Jungen bei der Geburt knapp 2cm groß, kriechen vom Scheidenausgang in den nach hinten geöffneten Beutel (damit dieser bei den Bauaktivitäten nicht mit Erde gefüllt wird) und hängen sich dort an die Zitzen. Im Beutel wachsen sie ein halbes Jahr heran, bevor sie sich schrittweise an das Leben ausserhalb des Beutels gewöhnen. Dann folgen sie ca. ein weiteres Jahr der Mutter, bis sie sich von ihr entfremden und sich eigene Reviere suchen. Die Geschlechtsreife wird nach zwei Jahren erreicht und die Lebenserwartung ist in Freiheit mindestens fünf Jahre, in Gefangenschaft über 20 Jahre.

 

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