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25.02.2007
   Zoologie-Vordiplom-Zusammenfassung
 

Nach einer Woche Arbeit habe ich meine Zusammenfassung der Zoologie für meine Vordiplomsprüfung abgeschlossen. Ich denke, dass der Inhalt auch anderen Leuten bei ihrer Vordiplomsprüfung weiterhelfen könnte.

Enthalten sind folgende Themen:

Ökologie
Besiedlung eines Lebensraums
Unterschiede zwischen Prädatoren und Parasiten
Logistische Wachstumsgleichung
Ökologische Nische
Autökologie, Synökologie
Symbiosen
Verteilung von Organismen im Lebensraum
Globale Erderwärmung: Anzeichen, Entstehung, Ursachen, wie verhindern, welche Gefahr
Ozonloch: Wirkung, Ursachen, wie verhindern, welche Gefahr

Evolutionsbiologie
Welche Rolle spielen Mutationen bei der Evolution
Mechanismen der Artbildung
Artenvielfalt Tangajikasee, Galapagosinseln, Korallenriff, Antarktis
Prinzipien der phylogenetischen Systematik (Apomorphie, Plesiomorphie)
Entstehung von mittelozeanischen Rücken
Evolutionsraten von Makromolekülen
Hardy-Weinberg-Gesetz

Zellbiologie
Endosymbiontentheorie
Unterschiede zwischen Prokaryonten und Eukaryonten
Querschnitt eines Flagellums
Unterschiede tierische und pflanzliche Zelle

Zoologische Systematik
Insekten - Unterteilung mit Beispielen
Crustaceen
Daphnien, Querschnitt
Schwämme - Zelltypen
Coelenterata
Mollusca
Regenwurm - Querschnitt

Stoff- und Energiewechsel
Aerobe Energiegewinnung
Anaerobe Energiegewinnung
Respriratorischer Quotient
Relation Körpergewicht/Energieumsatz
Grundumsatzrate, Aktivitätsumsatz

Ernährung
Herbivore, Omnivore, Carnivore, Saprophage
essentielle Nahrungsstoffe
intra- und extrazelluläre Verdauung
Verdauungstrakte
Verdauungsenzyme der Wirbeltiere
Saures Medium im Magen
Wiederkäuermagen

Atmung/Blut
Kiemen, Schwimmblase
Lungen, Vogellunge
Tracheen
Blutfarbstoffe
Hautatmung
Blutbestandteile
Blutgefäßsysteme
Blutgerinnung
Immunreaktion

Ionen-/Osmoregulation
Ionenpumpen, Ionenkanäle
Osmoregulierer, Osmokonformer
Exkretionsmechanismen, Wirbeltierniere

Thermoregulation
poikilotherme Tiere, homoiotherme Tiere
Thermokonformer, Thermoregulierer

Hormonale Kontrolle
Was sind Hormone
Wichtige Hormone
Steuerungd er Hormonaktivität
Menstruationzyklus
Häutung vom holometabolen Insekt
Pheromone

 
Andere News: Zoologie-Zusammenfassung
 
Download: Zusammenfassung Vordiplom Zoologie.pdf (9818x heruntergeladen)
 

23.02.2007
   Nahrungsaufnahme und Zelltypen bei Porifera
 


Schwämme (Porifera) sind Strudler, die kleine, im Wasser verteilte Nahrungspartikel sowie gelöste organische Moleküle aufnehmen. Der Geißelschlag der Choanocyten (Kragengeißelzellen) zeiht über winzige Poren große Wassermengen in den Körper. Ein Choanocyt fängt Nahrungsteilchen in dem schleimbedeckten, aus Mirkovili aufgebauten Kragen, welcher die Geißelbasis umgibt. Die Partikel werden con den Choanocyten endocytotisch aufgenommen und in den dabei gebildeten Nahrungsvakuolen beginnt die intrazelluläre Verdauung.
Der teilweise verdaute Inhalt mancher Nahrungsvakuolen wird Amoebocyten übertragen, welche den Verdauungsvorgang abschließen. Die Amoebocyten verteilen die Nährstoffe auf die übrigen Zellen des Schwammes.

Schwämme haben kein Nervensystem, kein Sinnesorgan, keine speziell differenzierte Muskelzellen und haben keinerlei echte Organe. Sie bestehen aus Zellverbänden. Die Zelltypen sind:
Amoebocyten = alle amoböid beweglichen Zelltypen, sind phagocytotisch tätig
Archaeocyten = amoböid beweglich, totipotent, Nahrungstransport, Schwammwachstum, Regneration, Oogenese
Sklerocyten = sezernieren Sklettnadeln (Sklerite), amöboid beweglich
Collenchyten = dendritisch, Spannfunktion in der Mesogloea
Pinacocyten = äußeres Epithel aus Exophinacocyten (außen) und Endopinacocyten (innen)
Choanocyten = Kragengeißelzellen, besetzen die Wandungen der Kanäle und der Geißelkammern, sie sind der Antrieb für den Wasserfluss durch den Schwamm
Spongioblasten = bilden die Kittsubstanz Spongin, die den Zusammenhalt der Nadeln gewährt
Lophocyten = dendritisch, hinterlassen bei ihrer gerichteten Bewegung durch die Mesogloea Kollagenfasern
Trophocyten = bilden Lipidgranula und deponieren sie in Schollen. Ernährungsfunktion bei Oogenese.
Thesocyten = dotterreiche Zellen in der Gemmula, entstehen aus Lipidgranula phagocytierenden Amoebocyten

 
Quelle: Campbell: Biologie, Wehner/Gehring: Zoologie, Kükenthal:Zoologisches Praktikum
 

21.02.2007
   Orientierungsverhalten von Plathelminten
 

Am Kopf dieses Plattwurmes (Plathelminthes) befinden sich zwei Augenbecher mit Photorezeptoren, die Nervenimpulse ins Gehirn senden.
Bei den Photorezeptoren handelt es sich um Pigmentbecherocellen.
In diesen befinden sich Zellen mit Abschirmpigmenten, die die Photorezeptoren beschatten, so dass nur das Licht, das durch die Öffnung des Bechers tritt, die Rezeptoren stimulieren kann.

Das Gheirn instruiert den Wurm, sich so lange zu drehen, bis die Lichtempfindung der beiden Augen minimal und für beide Seiten gleich ist. Durch diesen Mechanismus kann sich das Tier vom Licht fortbewegen.

Platheliminthen bewegen sich immer vom Licht weg, sind also negativ phototroph. Dadurch entsteht auch die Strudelbewegung der Plathelminthen, wodurch einieg Vertreter ihrer Gattung auch als "Strudelwürmer" bezeichnet werden.

 
Quelle: Campbell: Biologie
 

16.02.2007
   Agressivität von Piranhas
 

Agressive Verhaltensweisen treten beim Roten Piranha Pygocentrus natteri bei der Fortpflanzung, beim Beutegreifen und im Jungfischschwarm auf.

In einer frühen Phase der Entwicklung beißen Piranhas in die Flossen ihrer Artgenossen. In einer späteren Phase kann es auch zu Kannibalismus kommen. Adulte Fische greifen beim Beuteschlagen und bei innerartlichen Attacken immer von hinten an. Der Ernährungszustand beeinflußt die Angriffsbereitschaft des attackierenden Fisches. Gesundheitszustand, Größe, bestimmte Verhaltensweisen und die Populationsdichte beeinflussen Attacken auf Artgenossen.

bei Angriffen auf Artfremde können Gesundheitszustand, bestimmte Verhaltensweisen, Farbe und Körperform der Beutefische als auslösende Faktoren wirken.

 
Quelle: Frank Velte, Opel-Zoo
 

09.02.2007
   Grabwespen: programmiertes Lernen
 


Die Grabwespen (Sphecidae) betreiben Brutfürsorge, indem sie Erdhöhlen anlegen und diese mit einem durch ihren Stich gelähmten Insekt mit Nahrung für die sich entwickelnde Larve bestücken. Anschließend verschließen sie normalerweise das Nest und kümmern sich nicht weiter drüber. Dieser standardisierte Vorgang wird Massen-Verproviantierung genannt, da die Wespe so praktisch unendlich viele Nester zur Reproduktion anlegen kann, falls sie genug Eier produziert und Beute findet.
Allerdings hat die Art Ammophila pubens die Fürsorge verstärkt, sie versorgt die Larven nämlich während ihrer Wachstumsphase bis zum Puppenstadium kontunierlich mit Nahrung. Diesen Vorgang nennt man auch progressive Verproviantierung. Die Wespe kann so 10-15 Nester auf einmal versorgen, dabei fliegt sie jedes Nest in bestimmter Reihenfolge an und erkundet sich nach dem Entwicklungszustand der Larven. Kleine Larven benötigen 1-3 Raupen, große 4-7 Raupen und verpuppungsfähige gar keine. Die Wespe erfasst die nötige Nahrungsmenge bei diesem Erkundungsflug und trägt dann über den Tagesverlauf an jedes Nest die richtige Anzahl von Raupen ein. Die einmalige Lernsequenz am Morgen legt also das Verhaltensmuster der Wespe über den ganzen Tag starr fest.
Das wurde durch Experimente bewiesen, bei denen nach dem Erkundkungsflug die Raupen ausgewechselt oder entfernt wurden. Es wurde trotzdem immer die Futtermenge eingetragen, die sich am Morgen als korrekt ergeben hatte.
Ökologisch ist dieses Verhalten sinnvoll, da die Raupen ihre Nester normalerweise nicht verlassen. Mehrere Lernphasen wären nämlich mit zusätzlichen Zeitkosten verbunden und würden normalerweise keinen Effekt bringen.

 
Quelle: Wehner/Gehring: Zoologie
 

03.02.2007
   Merkmalsverschiebung und Merkmalsfreisetzung beim indischen Mungo
 


In den westlichen Teilen seines Verbreitungsgebietes koexistiert der Kleine Indische Mungo (Herpestes javanicus) mit einer oder zwei etwas größeren Arten derselben Gattung (H. edwardsii und H. smithii), doch fehlen die letztgenannten Arten im östlichen Teil seines Areals. Simberloff et al. untersuchetn die Variation in der Größe des oberen Eckzahns, der bei diesem Tier die wichtigste Rolle beim Töten der Beute spielt (zu beachten ist dabei, dass die weiblichen Mungos kleiner sind als die männlichen). Im Osten, wo H.javanicus alleine vorkommt, verfügen sowohl Männchen als auch Weibchen über größere Eckzähne als in den westlichen gebieten, wo H. javanicus mit den größeren Arten koexistiert. Dies stimmt mit der Ansicht überein, daß der Beutefangapparat von H. javanicus dort, wo ähnliche, aber größere Prädatoren anwesend sind, auf eine geringere Größe selektiert wurde. Hierdurch wird wahrscheinlich die Konkurrenz mit anderen Arten der Gattung verringert, da kleinere Prädatoren dazu tendieren, kleinere Beute zu fangen als große Prädatoren. Wo H. javanicus allein vorkommt, sind seine Eckzähne viel größer.
Besonders interessant ist, dass der Kleine Indische Mungo vor etwa hundert Jahren auf vielen Inseln außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebietes angesiedelt wurde (oft als Bestandteil des naiven versuchs, eingeschleppte Nagetiere zu bekämpfen). An diesen Orten fehlen die größere konkurrierenden Mungoarten. Innerhalb von 100-200 Generationen nahm die Körpergröße des Kleinen Indischen Mungos zu, so daß die Größe der auf den Inseln lebenden Tiere jetzt eine Zwischenstellung zwischen denjenigen im Ursprungsgebiet (wo sie mit anderen Arten koexistieren und klein sind) und derjenigen im Osten einnimmt, wo sie allein vorkommen. Auf den Inseln weisen sie Variationen auf, die mit der Sichtweise einer "ökologischen Freisetzung" von der Konkurrenz mit größeren Arten übereinstimmen.

 
Quelle: Townsend Harper Begon: Ökologie
 

27.11.2006
   Xenoturbella - Wirbeltier-Urahnen ohne Hirn
 

Ein rätselhafter Wurm aus der Ostsee bildet einen eigenen Tierstamm und erhellt die Evolution von Säugetieren und Co.

Einem drei Zentimeter langen, weißen Klumpen ist jetzt eine einmalige Ehre zuteil geworden: Der in der Ostsee lebende Wurm Xenoturbella bildet einen eigenen Stamm – einen von nur 32 Stämmen, die es im Tierreich gibt, berichten nun britische Forscher.

Andere Tierstämme sind beispielsweise die Chordatiere, zu denen die Wirbeltiere und andere Tiere gehören, die im Rücken einen stützenden Stab um das Nervengewebe besitzen, sowie die Weichtiere (Muscheln, Schnecken und Tintenfische), die Gliederfüßer (Spinnen, Insekten und Krebstiere) oder die Stachelhäuter (Seesterne, Seegurken und Seeigel).

Xenoturbella interessiert die Evolutionsforscher vor allem deswegen, weil es zusammen mit den Chordatieren, den Stachelhäutern und den Kiemenlochtieren zu den so genannten Neumündern gehört. Bei dieser Tiergruppe geht der Mund während der embryonalen Entwicklung nicht aus dem "Urmund" hervor, der ersten Außenöffnung während eines frühen embryonalen Lebensstadiums, sondern bildet sich neu. Es wird angenommen, dass alle Neumünder einen gemeinsamen Vorfahren haben.

Die britische Forscherin Sarah Bourlat und ihre Kollegen führten nun eine umfassende Analyse des Erbmaterials verschiedener Neumünder durch, um die genauen Verwandtschaftsverhältnisse zu klären. Dabei stellten sie fest, dass Xenoturbella einem eigenen Stamm zuzuordnen ist. Der Wurm ist näher mit den Stachelhäutern und den Kiemenlochtieren verwandt als mit den Chordatieren.

Die Forscher schließen aus ihrer Analyse auch, dass der gemeinsame Vorfahr der vier Stämme so ähnlich ausgesehen haben muss wie Xenoturbella: Der Urahn von Menschen und Seesternen besaß demnach kein Gehirn, sondern lediglich ein diffuses Nervensystem an der Körperoberfläche. Xenoturbella gehört zu den einfachsten bekannten Tieren und hat keine inneren Organe, weder Darm noch Fortpflanzungsorgane. Wie sich das Tier vermehrt, ist rätselhaft.

Da sowohl die Neumünder als auch eine zweite große Tiergruppe, die Urmünder (unter anderem Weichtiere, Ringelwürmer und Gliederfüßer) ein Gehirn entwickelt haben, schließen die Forscher um Bourlat, dass die Evolution das Denkorgan gleich zweimal erfunden haben muss.

 

07.07.2006
   Ökologie-Zusammenfassung
 

Hi @ll!

Meine Ökologie-Zusammenfassung ist heute fertig geworden.

Die in der Zusammenfassung vorhandenen Themen sind:

Dichteabhängige Keimung und Wachstum
Konkurrenz von Mikroalgen um Nährstoffe und Licht
Variationsbreite vojn Pflanzenmerkmalen
Herbivorie - Auswirkungen auf Pflanzen
Chemostatkultur
Collembola - Anpassung an Bodenstrata
Carabidae - Adaptive Radiation
Verhaltensbiologie von Fischen
Diversität der Evertebraten des Süsswassers
Selbstreinigung in Gewässern
Filtrierer und ihr Einfluss auf planktische Gemeinschaften
Beschtimmungsübungen von Pflanzenfamilien

 
Download: oekologie.pdf (5183x heruntergeladen)
 

13.06.2006
   Die Farbänderungen der Chamäleons
 


Jeder kennt Chamäleons – die einzigsten Lebewesen auf der Erde, die in der Lage sind, ihre Körperfarbe in viele verschiedene Farbnuancen umzuwandeln.

Andere Tiere haben maximal Einfluss auf die Stärke ihrer Farbe, sie können die Farbtöne stark leuchtend oder blass erscheinen lassen.

Es gibt viele verschiedene Chamäleonarten, die sich in ihrer Größe und in ihrem Lebensraum deutlich unterscheiden. Ihnen gemeinsam ist allerdings die lange klebrige Zunge zum Fang von Insekten und ihre Fähigkeit, die Körperfarbe zu ändern.

Die vorherrschende Meinung ist, dass diese die Farbanpassung zur Tarnung im Gebüsch verwenden. Doch in Wirklichkeit wird die Farbänderung keineswegs ausschließlich dafür benutzt sondern auch für andere Einsatzzwecke.

Die Farbänderungen sind nämlich auch abhängig von der Stimmung, der Lichtintensität und der Kommunikation mit anderen Chamäleons.

Durch ihre unterschiedlichen Färbungen drücken die Echsen verschiedene Stimmungen wie Wut, Kampfbereitschaft, Angst und Unterwerfung aus. Außerdem signalisieren die Weibchen durch ihre jeweilige Färbung ihre Paarungsbereitschaft. Nach der Paarung nehmen sie eine neue Farbe an, um die Männchen von sich fernzuhalten.

Chamäleons gehören zu den wechselwarmen Tieren und sind damit nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur selbst zu regulieren. Jedoch besitzen sie mit ihrem Vermögen zur Farbänderung ein ausgezeichnetes Werkzeug zur Erreichung der optimalen Körpertemperatur. So sind die Tiere morgens, wenn es noch kühl ist, meist dunkel gefärbt. Sie vergrößern die Oberfläche ihres Körpers durch „Abplatten“, um mehr Wärme aufzunehmen zu können. Bei steigenden Temperaturen verfärben sich die Tiere heller und einige Arten werden fast weiß. Bei heißen Temperaturen suchen sie schattigere Gefilde auf und öffnen ihr Maul, um sich zusätzliche Kühlung zu verschaffen.

Die Farbänderungen funktioniert durch spezialisierte Zellen, die Chromatophoren, die in Schichten unter der transparenten Oberhaut liegen. Die Zellen in der obersten Schicht beinhalten Xantophoren und Erythrophoren, können also gelbe und rote Farbe annehmen.Unter dieser Schicht liegt eine weitere Zellschicht aus Iridiophoren (auch Guanophoren genannt), die die farblose kristalline Substanz Guanin enthalten. Diese Zellen sind in der Lage, den blauen Teil von eintreffendem Licht zu reflektieren. Sollte die obere Schicht der Chromaophoren hauptsächlich gelb sein, so erscheint die Körperfarbe des Chamäleons grün (gelb & blau = grün). Unter den Iridophoren liegt eine Schicht aus dunklen Melanophoren, die Melanin enthalten. Diese Melanophoren beeinflussen die Helligkeit des reflektierenden Lichtes.

Je nach Farbe lagern die Pigmentzellen ihre Pigmente entweder eng zusammen oder weiter auseinander. Dabei wandern sie entweder in höhere oder tiefere Hautschichten, und sind so in der Lage, die Körperfarbe zu beeinflussen.

Strefan Brand, ein namhafter Biologe, hat einst die interessante Frage gestellt: „Was ist die Farbe eines Chamäleons, das vor einen Spiegel gestellt wird?“ Bis heute gibt es dazu keine eindeutige Antwort.

 

29.03.2006
   Die europäische Gottesanbeterin
 


Die Mantis religiosa ist eine in Europa existierende Fangschrecke. Sie gehört zur Gruppe Mantidae. Man sieht sie in Deutschland, nur noch an bestimmten Orten, wie in der Gegend des Kaiserstuhls und in Österreich um den Neusiedler See an. Häufig zu sehen ist sie in Südeuropa (z.B. Italien, Türkei). Sie steht unter Naturschutz da sie vom Aussterben bedroht ist.
Diese Gottesanbeterin kann eine Körpergröße von 40 - 75 mm erreichen. Obwohl sie keine Sprungbeine besitzt, kann sie sich mit ihren Beinen abstoßen und so unerwartet einen großen Sprung machen. Außerdem setzt sie, wie alle Mantisarten, ihre Vorderbeine zum Beutefang ein. Die Räuberin lauert ihrer Beute oft lautlos auf und packt blitzschnell zu. Die Fangbeine welche wie einem Widerhaken ausgestattet sind, machen das Entkommen der Beute unmöglich und können wie ein Taschenmesser zusammengeklappt werden
Beide Geschlechter bekommen mit der letzten Häutung lange Flügel, mit denen sie aber nicht weit fliegen. Bei den Männchen ragen die Flügel über den Hinterleib hinaus, bei den Weibchen sind sie meist so lang wie der Leib. Der Körper des Weibchens ist breiter als bei den schlanken Männchen.
Die Gottesanbeterinnen besitzen einen langen Hals und einen gut drehbaren Kopf. Die Augen sitzen seitlich am Kopf, was einen größeren Blickwinkel und einen guten Rundblick ermöglicht. Durch häufiges Drehen des Kopfes sucht sie ihre Beute zu erblicken.
Die Mantis religiosa ist entweder grasgrün oder hellbraun gefärbt. Man weiss nicht so genau warum manche Tiere braun und andere grün sind. Vom Geschlecht hängt es nicht ab.
Immer von August - Oktober an sonnigen Hängen auf Büschen und an Waldrändern. Dort fängt sie ihre Beute: Fliegen, Wespen, Bienen, Heuschrecken und andere Insekten, auch Artgenoßsen.
Die Geschlechtsreife tritt ca. 2 Wochen nach der letzten Häutung ein. Zur Paarung schleicht sich das Männchen von hinten an das Weibchen heran und bespringt es plötzlich. Es hält die Hügel des Weibchens fest, damit dieses ihren Partner nicht abschütteln kann. Die Paarung selbst dauert meist mehrere Stunden, dabei kann es vorkommen, dass das Weibchen bereits beginnt, das Männchen aufzufressen und nur noch der Hinterleib allein die Befruchtung vollzieht.
Das Weibchen kann bis zu 10 Kokons in Abständen von ca. 2 Wochen in seinem Leben produzieren. Es legt die Eier in den Kokons ab, die es aus einer braunen, schaumähnlichen Masse aus Hinterleibsdrüsen herstellt. Die Masse dient dazu, um die Eier zu erhärten und zu schützen, vor dem Austrocknen und vor niedrigen Temperaturen. Ein Kokon ist ca. 2,5 cm lang und 1,5 cm breit. Bis es zum Schlupf der Jungen kommt dauert es ca. 2 Monate. Die schlüpfenden Larven durchbrechen die Kokonwand, wobei sie sich gleichzeitig das erste Mal häuten. Die Häute der vielen Larven bleiben zusammenhängend am Kokon kleben. Die Junglarven sind sehr flink. Es folgen dann 6 - 7 Häutungen; wobei sich die Männchen einmal weniger als die Weibchen häuten. Die Verwandlung bleibt unvollkommen, da die Jungtiere bereits aussehen wie ihre Eltern (im Gegensatz dazu: Raupe - Schmetterling).
Es gibt eine Vielzahl von Gottesanbeterinnen, welche aber über all auf der Welt verbreitet sind:
Hymenopus coronatus; Miomantis paykullii; Alalomantis muta; Popa spurca (Paar)
Polyspilota aeruginosa; Plistospilota camerunensis; Hierodula membranacea (Weibchen)
Heterochaeta strachani; Parasphendale affinis; Empusa pennata (Weibchen); Phyllocrania paradoxa (Weibchen); Oxyopsis gracilis.




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